Tragische Hilfsaktion

Mann will Kinder in Australien vor gefährlicher Schlange in Kita schützen – und bezahlt mit eigenem Leben

  • Bjarne Kommnick
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Ein Mann stirbt nach Schlangenbissen in einer Kita. Nach dem Vorfall spürt er zunächst keine Symptome. Trotzdem kommt für ihn jede Hilfe zu spät.

Deeragun – Tragischer Vorfall in einer Kindertagesstätte im australischen Deeragun, Townsville. Bei dem Versuch, eine östliche Braunschlange aus dem Gebäude zu entfernen, wurde ein Familienvater mehrfach in den linken Arm gebissen, wie die lokale Courier-Mail berichtet. Wenig später erlag er dem Gift der Schlange. Auch ein französischer Backpacker starb zuletzt in Australien nach dem Biss einer Östlichen Braunschlange.

Der Mann wurde den Berichten zufolge von einem Verwandten in die Kindertagesstätte gerufen, um den unerwünschten Gast zu entfernen. Bei dem Familienvater handelte es sich demnach jedoch nicht um einen ausgebildeten Schlangenführer oder Schlangenbeseitiger. Der Vorfall erinnert an die tödlich endende Hilfsaktion eines Australiers, der seinen Freund vor einer Schlange retten wollte.

Mann stirbt nach Schlangenbissen in Kita – doch spürt zunächst keine Symptome

Nach den Bissen habe der Mann jedoch zunächst kaum Symptome gespürt, wie auch dailymail.co.uk berichtet. Nach dem Vorfall sei er deshalb sogar noch selbst mit dem Auto nach Hause gefahren. Dort berichtete er seiner Frau von den Bissen, die daraufhin laut eigenen Angaben sofort einen Kompressionsverband angelegt hatte.

Im Norden von Queensland, Australien, ist ein Mann nach dem Biss einer östlichen Braunschlange gestorben. (Symbolbild)

Noch währenddessen seien die Giftsymptome im Körper des Mannes aufgetreten und stärker geworden, sodass er Sekunden danach in Ohnmacht fiel. Seine Frau kontaktierte unmittelbar nach dem Kollaps den Notruf und leitete Wiederbelebungsmaßnahmen für ihren Mann ein, der laut den Rettungskräften noch vor dem Eintreffen der Sanitäter einen Herzstillstand erlitten hatte. In kritischem Zustand kam der Mann daraufhin in ein Krankenhaus, wo er nur wenig später starb.

Östliche Braunschlange für die meisten Todesfälle in Australien durch Schlangenbisse verantwortlich

Paula Marten, stellvertretende Direktorin des Queensland Ambulance Service für den Bezirk Townsville, erklärte in einer Mitteilung: „Wenn Ihnen Schlangen nicht bekannt sind, dann behandeln Sie sie alle, als wären sie giftig und wenden Sie die grundlegenden Erste-Hilfe-Maßnahmen an“. Bisse einer östlichen Braunschlange seien in der Regel zunächst schmerzlos.

Eine Studie der University of Melbourne ergab, dass 23 der 35 Todesfälle durch Schlangenbisse in Australien zwischen 2000 und 2016 durch Braunschlangen verursacht wurden. Die Östliche Braunschlange ist eine mittelgroße Schlange mit einem schlanken bis mittelgroßen Körperbau und einem kleinen Kopf. Es ist bekannt, dass sie Wälder, Buschland und Savannengrasland bevorzugen und im gesamten Osten und Südosten Australiens verbreitet sind. Sie sind besonders im Frühling und Herbst am aktivsten. Erst zuletzt entdeckten Forscher sogar eine neue Riesenschlangen-Art. (bk)

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