Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Schwere Unwetter im Alpenraum: Starkregen, Gewitter und Erdrutsche – Mehrere Regionen betroffen
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Heftige Gewitter mit Starkregen treffen Alpenregionen. Es droht Gefahr durch Überschwemmungen, Muren und Gerölllawinen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München - Die Wettermodelle zeigen bis Sonntag (24. August) enorme Niederschlagsmengen im gesamten Alpenraum. Besonders betroffen sind die Schweiz, Norditalien, Teile Österreichs und auch der Süden Deutschlands. Lokal werden nach jetzigem Stand Regenmengen von weit über 100, örtlich bis zu 200 Litern pro Quadratmeter erwartet. Diese Mengen reichen aus, um Bäche und Flüsse schnell anschwellen zu lassen.
Hinzu kommt die Gefahr von Gewittern mit Starkregen, die punktuell innerhalb kurzer Zeit extreme Wassermassen bringen können. Gerade im alpinen Gelände sind Erdrutsche, Gerölllawinen und plötzliche Überschwemmungen ein großes Risiko. Wer in diesen Tagen in den Bergen unterwegs ist, muss mit plötzlichen Wetterstürzen rechnen.
Warme Mittelmeerluft verstärkt die Unwetterlage
Eine der Hauptursachen für diese extremen Niederschläge ist das aktuell deutlich zu warme Mittelmeer. Durch die hohen Wassertemperaturen verdunstet viel Feuchtigkeit, die anschließend nach Norden in den Alpenraum transportiert wird. Dort trifft die feuchtwarme Luft auf die Gebirgsmassive und wird zum Aufsteigen gezwungen. In der Folge entladen sich immer wieder kräftige Gewitterzellen. Bereits seit Monaten warnen Meteorologen, dass die ungewöhnlich hohen Mittelmeer-Temperaturen die Gefahr von Starkregen deutlich erhöht. Jetzt bewahrheitet sich diese Prognose: die Atmosphäre ist mit Feuchtigkeit regelrecht aufgeladen, und jeder Wetterumschwung kann neue Unwetter bringen.
Gefahr für Touristen und Wanderer
Die kommenden Tage bergen besonders für Urlauber und Einheimische in den Alpen eine große Gefahr. Wanderwege können durch Murenabgänge und abrutschendes Geröll unpassierbar oder sogar lebensgefährlich werden. Auch Straßen und Bahnverbindungen sind bedroht, da Geröll und Wassermassen Verkehrswege blockieren können. Wer unterwegs ist, sollte die Warnungen der Behörden genau verfolgen und Touren ins Gebirge möglichst verschieben.
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Besonders Touristen unterschätzen oft die Geschwindigkeit, mit der ein scheinbar harmloses Sommergewitter in den Alpen zur tödlichen Falle werden kann. Die aktuelle Lage ist nur ein Auftakt: Experten erwarten, dass auch in den kommenden Wochen aufgrund des warmen Mittelmeers weitere Starkregen-Lagen auftreten können. Vorsicht und Wachsamkeit sind daher oberstes Gebot.
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