Kolumne von Meteorologe Dominik Jung

Drastischer Wetter-Umschwung droht: Bis zu 40 Grad möglich – Prognosen gehen jedoch weit auseinander

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Wird Deutschland von Sahara-Hitze überrollt oder bleibt es doch frisch? Zwei Wettermodelle sind sich da nicht so ganz einig. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Bis zum Wochenende (21./22. Juni) bleibt das Wetter in Mitteleuropa angenehm sommerlich – doch ab Sonntag (22. Juni) droht ein drastischer Umschwung. „Das europäische Wettermodell ECMWF berechnet ab Sonntag eine massive Hitzewelle, die weite Teile Westeuropas erfassen könnte“, erklärt Wetterexpertin Kathy Schrey von wetter.net.

Besonders Frankreich gerät dabei in den Fokus: Dort sind lokal bis zu 40 Grad möglich. Auch in Deutschland, vor allem im Westen und Süden, könnten die Temperaturen auf bis zu 37 oder gar 38 Grad steigen. Selbst England, sonst eher für moderate Sommer bekannt, wird laut ECMWF von der Hitzewelle erfasst – mit Spitzenwerten von bis zu 33 Grad. Ursache dieser Hitzewelle sei ein starker Warmluftvorstoß direkt aus Nordafrika. Montag (23. Juni) bis Mittwoch (25. Juni) kommender Woche stünde demnach ganz im Zeichen der Extremhitze.

Wetter in Deutschland: Hitzeschock oder Temperatursturz? Die Modelle widersprechen sich

Während das ECMWF-Modell eine regelrechte Hitzeblase über Europa prognostiziert, kommt das US-amerikanische Wettermodell GFS zu einem ganz anderen Schluss: Ab Dienstag (24. Juni) könnte aus Nordwesten deutlich kühlere Luft einsickern – ein klassischer „Kaltlufttropfen“ mit Wirkung bis nach West- und Mitteleuropa. Laut GFS würden die Temperaturen in Deutschland dann nur noch zwischen 15 und 24 Grad liegen, statt der zuvor prognostizierten 35+.

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Besonders brisant: Dieser Temperatursturz würde mitten in der Hitzewelle einsetzen und die Sommerstimmung abrupt bremsen. Ein solcher Wetterkonflikt, bei dem zwei große Modelle so unterschiedlich rechnen, ist zwar selten, kommt aber bei instabilen Großwetterlagen durchaus vor.

Juni wohl zu trocken und zu warm – mit Folgen für den Sommer

Trotz der Unsicherheiten für nächste Woche zeichnet sich für den restlichen Juni bereits jetzt ein deutlich zu warmer und trockener Trend ab. Aktuell liegt der Monat im Vergleich zur Referenzperiode 1961–1990 um etwa 2,1 Grad zu warm, im Vergleich zu 1991–2020 immerhin noch um rund 1,0 Grad. Gleichzeitig fielen bisher nur etwa 55 Prozent der üblichen Regensummen. Die kommenden sieben Tage bringen kaum nennenswerte Niederschläge – und auch bis Monatsende ist kaum Regen in Sicht.

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Damit könnte sich die frühe Prognose des europäischen Wettermodells bestätigen: Juni, Juli und August sollen warm und trocken ausfallen. Sollte sich das bewahrheiten, steht Europa ein sehr heißer und womöglich belastender Sommer bevor – mit Auswirkungen auf Landwirtschaft, Gesundheit und Wasserversorgung. Doch zunächst bleibt die bange Frage: Sahara-Hitze oder Temperatursturz – was passiert ab Montag wirklich?

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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