Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Starkregen greift auf Deutschland über: Wettermodelle bestätigen „lebensgefährliche Wetterlage“ in Europa

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Sintflutartige Regenfälle treffen Norditalien und die Südschweiz, während auch in Deutschland Starkregen und Dauerregen drohen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – In den kommenden Tagen spitzt sich die Wetterlage südlich der Alpen dramatisch zu. Insbesondere in der Südschweiz, im Tessin, sowie in der norditalienischen Region Piemont rechnen die Modelle mit außergewöhnlich großen Regenmengen. Innerhalb weniger Tage können dort zwischen 300 und 500 Liter pro Quadratmeter fallen. Diese Mengen entsprechen dem, was sonst in mehreren Monaten zusammenkommt.

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Die Folgen sind absehbar: Flüsse können über die Ufer treten, ganze Täler sind durch Überflutungen bedroht und die Gefahr von Erdrutschen steigt massiv. Für Bewohner wie auch für Reisende ist die Situation brandgefährlich. Wer in den nächsten Tagen einen Aufenthalt in dieser Region geplant hat, sollte besser Abstand davon nehmen. Touristische Aktivitäten könnten lebensgefährlich werden, da viele Straßen und Wege unpassierbar sein könnten.

Wetterlage spitzt sich zu: Lebensgefahr südlich der Alpen – Überflutungen, Erdrutsche und Superzellen

Zusätzlich zu den gewaltigen Regenmengen wird die Lage durch die mögliche Bildung kräftiger Gewitter noch verschärft. In Teilen Norditaliens und der Südschweiz können sich Superzellen entwickeln, die enorme Wassermassen in kurzer Zeit abladen. Solche Wetterphänomene bringen neben Sturzfluten auch Sturm und Hagel mit sich, was die Gefährdungslage weiter erhöht. Die Kombination aus Dauerregen und heftigen Gewittern macht die Situation unberechenbar.

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Während manche Orte über Stunden hinweg von konstantem Regen getroffen werden, können wenige Kilometer weiter sintflutartige Wolkenbrüche in nur kurzer Zeit zu katastrophalen Zuständen führen. Die Behörden in den betroffenen Gebieten werden ihre Warnstufen anheben, doch bereits jetzt ist klar: Die Lage verlangt höchste Aufmerksamkeit und Vorsicht.

Unwettergebiet breitet sich aus: Regen erreicht auch Deutschland

Am Donnerstag (28. August) wird ein Teil des Unwettergebiets auch Deutschland erreichen, wenn auch in abgeschwächter Form. Von Südwesten her setzt Regen ein, der sich von Baden-Württemberg über Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen bis nach Berlin, Brandenburg und an die Ostseeküste ausbreitet. Erwartet werden dabei 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter. Zwar sind diese Mengen deutlich geringer als im Süden Europas, doch auch hier können sie für Probleme sorgen.

Vollgelaufene Keller, rutschige Straßen und Aquaplaning auf den Autobahnen sind die möglichen Folgen. Besonders in Gebieten mit ohnehin gesättigten Böden kann der Regen für zusätzlichen Stress bei Anwohnern und Einsatzkräften sorgen. Deutschland bekommt so einen Eindruck davon, wie gewaltig die Wetterlage weiter südlich tatsächlich ist – dort geht es aktuell nicht mehr um Unannehmlichkeiten, sondern um akute Lebensgefahr.

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