Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Nach Sommer-Comeback folgt die nächste Wetter-Wende: Deutschland rauscht in den Frühwinter
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Erst Sommerfeeling, dann Kälteschock: Deutschland erlebt ein extremes Wetter-Pendel mit Sonne, Hitze, Regen und Bodenfrost. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Am Freitag (19. September) und Samstag (20. September) dürfen wir uns in ganz Deutschland noch einmal auf echtes Hochsommerfeeling freuen. Die Sonne zeigt sich vielerorts von ihrer besten Seite, und die Temperaturen steigen verbreitet noch einmal auf sommerliche Werte. In einigen Regionen können sogar Spitzen von 27 bis 30 Grad erreicht werden. Damit fühlt es sich vielerorts fast an, als sei der Sommer zurückgekehrt.
Ein Wochenende wie gemacht für Ausflüge, Grillabende oder entspannte Stunden im Freien. Wer noch einmal die Sonne genießen möchte, sollte diese Tage unbedingt ausnutzen, denn das sommerliche Intermezzo bleibt nur von sehr kurzer Dauer. Schon jetzt deutet sich an, dass es sich um das letzte nennenswerte Aufbäumen des Sommers handeln könnte, bevor uns ein deutlicher Wettersturz bevorsteht.
Nach Spätsommerhoch folgt Herbst-Wetter: Temperatursturz und Regen ab Wochenbeginn
Bereits ab Montag (22. September) kippt das Wetter und das Temperaturpendel schlägt ins andere Extrem aus. Warme Luftmassen werden zunehmend von deutlich kühlerer Atlantikluft verdrängt, sodass die Werte im Tagesverlauf rasch unter die 20-Grad-Marke rutschen. Während man am Wochenende noch im T-Shirt draußen sitzen konnte, wird schon wenige Tage später vielerorts eine Jacke notwendig sein.
Auch die Sonne zieht sich zurück, stattdessen breiten sich Wolkenfelder und Schauer aus, teils kann es auch länger regnen. Der Umschwung wird vielerorts als besonders drastisch empfunden werden, da sich die Temperaturen binnen kürzester Zeit beinahe halbieren. Wer sich also schon auf eine längere Spätsommerphase gefreut hat, wird schnell enttäuscht. Deutschland erlebt ein regelrechtes Wetterschaukeln, das sich innerhalb weniger Tage von einem Extrem ins andere verlagert.
Bodenfrost und Heizstart in Sicht: Herbst-Wetter startet durch
In der zweiten Wochenhälfte (ab. 24. September) verstärkt sich die Abkühlung weiter, und besonders nachts wird es nun empfindlich frisch. Die Tiefstwerte sinken dann gebietsweise auf unter 10 Grad, in klaren Nächten sogar bis in den Bereich von 5 Grad oder darunter. Damit ist auch Bodenfrost in den ersten Lagen schon wieder ein Thema, was für Gärten und Landwirtschaft von Bedeutung werden kann.
Nach dem sommerlichen Wochenende (20. und 21. September) stehen die Zeichen also endgültig auf Herbst, teilweise sogar mit einem Hauch von Frühwinter. Für viele Haushalte dürfte dies den Startschuss für die Heizsaison bedeuten, denn ohne zusätzliche Wärme wird es in den kommenden Nächten ungemütlich kalt. Das Wetter zeigt damit eindrucksvoll, wie abrupt die Übergangszeit im September verlaufen kann. Vom Spätsommerglück geht es direkt in den Kälteschock – und Deutschland bekommt einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns im Herbst und Winter noch bevorsteht.
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