Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetter-Modelle zeigen klare Tendenz – nächste Hitzewelle könnte die vergangene deutlich übertrumpfen

  • VonDominik Jung
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Die nächste Hitzewelle rollt auf uns zu. Wettermodelle warnen vor einer Wetterlage ohne Aussicht auf echte Abkühlung. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Kaum hat sich die erste Hitzewelle verabschiedet, steht bereits die nächste – offenbar noch deutlich heftigere – unmittelbar bevor. Wettermodelle zeigen ein festgefahrenes Hitzemuster, das Deutschland über Tage hinweg in der Gluthitze schmoren lässt. In einigen Regionen werden bis zu acht oder neun sogenannte Hitzetage am Stück möglich – also Tage mit über 30 Grad. Das wäre nicht nur extrem belastend für Mensch und Natur, sondern auch ein weiteres Indiz dafür, dass der Sommer 2025 tatsächlich alle bisherigen Rekorde brechen könnte.

Wetter bringt kurzzeitige Abkühlung – und dann der nächste Hitzeschub

Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 gab es keinen vergleichbaren Verlauf, so Meteorologen. Was diese Hitzewelle so gefährlich macht: Sie wird nicht nur intensiv, sondern vor allem langanhaltend. Kurze, kühlere Unterbrechungen halten meist nur ein bis zwei Tage – danach steigen die Temperaturen direkt wieder massiv an. Besonders alarmierend sind die erwarteten Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad fallen. Das erschwert die nächtliche Erholung und belastet vor allem ältere Menschen, Kranke und Kinder stark.

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Zwar steht eine kurze Erholung bevor: Von Sonntag (6. Juli) bis Dienstag (8. Juli) erreicht Deutschland kühlere Atlantikluft, die vorübergehend für Durchatmen sorgt. Mit Tageswerten knapp über 20 Grad, einzelnen Regenschauern und frischerer Luft könnte man fast meinen, der Herbst sei schon da.

Doch dieser Eindruck trügt. Denn schon ab Mittwoch (9. Juli) kehrt die Hitze mit voller Kraft zurück – und diesmal womöglich noch extremer als zuvor. Prognosen sprechen für das kommende Wochenende von Höchstwerten zwischen 35 und 39 Grad, lokal sind sogar noch höhere Werte nicht ausgeschlossen. Und danach? Weit und breit keine nachhaltige Abkühlung in Sicht. Vielmehr deuten die aktuellen Langfristmodelle auf ein anhaltendes Hochdruckmuster hin, das für eine Fortsetzung der Hitze sorgt – mindestens bis Mitte oder Ende Juli.

Gesundheit durch Hitze-Wetter in Gefahr: Tropennächte und Dauerbelastung

Diese Wetter-Lage ist alles andere als harmlos. Die Kombination aus extremer Hitze am Tag und kaum abkühlenden Nächten kann ernste gesundheitliche Folgen haben. Ärzte warnen vor Dehydration, Kreislaufproblemen und Schlafstörungen. Besonders in Städten, wo sich die Wärme in Beton und Asphalt staut, können die Nächte zur Tortur werden – mit Temperaturen oft über 25 Grad in den Ballungsräumen.

Der Deutsche Wetterdienst rät deshalb dringend zu Schutzmaßnahmen: viel trinken, körperliche Belastung meiden, Räume abdunkeln und möglichst kühl halten. Auch Kommunen sind gefragt, etwa durch die Einrichtung öffentlicher Kühlräume oder Wasserausgaben in besonders betroffenen Regionen. Denn klar ist: Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte der Sommer 2025 nicht nur der heißeste seit über 140 Jahren werden – sondern auch einer der gefährlichsten. Das gilt auch für viele Urlaubsländer.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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