Urlaubs-Check

„Das ist die teuerste Stadt an der Adria“: Reportage zeigt, wie heftig Kroatien die Preise angezogen hat

  • Momir Takac
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In Kroatien zahlen Touristen in diesem Jahr deutlich mehr als noch im vergangenen Jahr. Viele Urlauber planen deshalb nicht wieder zu kommen.

Rovinj – Fast alle Schüler in Deutschland haben Ferien, deshalb steht bei vielen Familien ein Sommer-Urlaub an. Wer Kroatien als Ziel ausgewählt hat, könnte die Wahl jedoch womöglich bereuen. Das Land an der Adria hat die Preise saftig angehoben. Für viele Menschen offenbar zu sehr, wie eine Reportage vor Ort verdeutlicht.

Urlaubspreise in Kroatien steigen weiter – Rovinj „teuerste Stadt der Adria“

Urlaub heißt eigentlich abschalten, regenerieren, Sonne genießen, und dabei bestenfalls nicht auf das Budget achten zu müssen. Die Preise steigen seit dem Ende der Corona-Krise im Mittelmeerraum an, in Kroatien katapultierte sie die Einführung des Euro noch weiter in die Höhe. Für viele Touristen offenbar ein Grund, nicht wiederzukommen, wie eine Reportage der kroatischen Zeitung Dnevnik zeigt. Sie befragte Kroatien-Urlauber an der Küste zu den Preisen.

Auch Rovinj hat bei den Urlaubspreisen ordentlich draufgeschlagen.

Eine Frau beklagte sich etwa über den Preis für Eis. „Wir kommen aus Deutschland, dort kostet die Kugel 1,50 Euro. Aber hier können wir nur zuschauen“, sagte sie. Wenn jeder einer fünfköpfigen Familie nur eine Kugel Eis isst, zahlt man an der kroatischen Adria stolze 17,50 Euro, also 3,50 Euro pro Kugel.

Kroatien-Urlaub ist so teuer wie nie: „Leider kommen wir nicht zurück“

Auch bei warmem Essen wurde ordentlich draufgeschlagen: Für einen Burger zahlt man bis zu 22 Euro, für einen Pfannkuchen sechs, Calamari kosten 18, und ein Kilogramm frischer Fisch gar 110 Euro. Bedenklich: Nicht immer stimmt die Qualität. „Tatsächlich sind nicht alle Produkte auf dem gleichen Niveau und in der gleichen Qualität, daher gibt es unterschiedliche Preise und Angebote“, sagte Jelena Tabak, Präsidentin des kroatischen Gastgewerbeverbandes, laut Dnevnik.

So sehen Preise an der kroatischen Adria der Reportage zufolge aktuell aus:

  • Pizza bis 15 Euro
  • Kilogramm Kirschen 20 Euro
  • Frischer Fisch 110 Euro/kg
  • Pfannkuchen bis 6 Euro
  • Burger bis 18 Euro
  • Calamari bis 18 Euro
  • Eiskugel 3,50 Euro

Doch nicht nur Essen ist teurer geworden, auch Preise für Unterkünfte steigen. „Unsere Gastgeberin hat sich bei uns entschuldigt, dass die Campingpreise so hoch sind“, sagte eine Belgierin. Sie wohnt in einem Camp auf der Insel Pag. Kostenpunkt: 89 Euro pro Nacht. „Kroatien ist so ein wunderbares Land, aber leider kommen wir nicht zurück“, sagte sie weiter.

Italienischer Journalist staunt über Preise in Kroatien: Rovinj so teuer wie berichtet

Der italienische Journalist Emilio Randon wollte vor Ort herausfinden, ob Rovinj tatsächlich so teuer ist, wie berichtet wird. Offenbar ja. „Ihren Geschichten zufolge ist Rovinj die teuerste Stadt an der Adria“, schrieb er in der italienischen Zeitung Corriere della Sera. Er sprach mit einer Familie aus Novara, die für vier Flaschen Wasser 14 Euro bezahlte. Auch in Rovinj kostet eine Kugel Eis 3,50 Euro. Eine Pizza ist für 15 Euro zu haben, und das Kilogramm Kirschen kriegt man für schlappe 20 Euro.

Darüber hinaus sollten Urlauber in Griechenland besonders aufpassen: Ein Familienvater kippte mit Blick auf eine Rechnung für Calamari und Getränke aus den Latschen.

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Angesichts der hohen Preise sprach Rovinjs Bürgermeister Klartext. „Wir haben es mit den Preisen übertrieben, vor allem in Rovinj. Nicht nur in der Gastronomie, sondern auch bei den Unterkünften und in großen Supermärkten, die bis zu 30 Prozent teurer sind als Märkte im Landesinneren Kroatiens“, sagte Marko Paliaga dem Portal IstraIN. (mt)

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