Biathlon-Star fix und fertig

Flucht mit Teamarzt: Franziska Preuß kämpft nach erneutem Olympia-Drama mit den Tränen

  • VonIsabella Strehmann
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Franziska Preuß träumt von einer Olympia-Medaille. In Antholz findet sie aber nicht zu ihrer Form. Die Emotionen kochten über.

Franziska Preuß hat (fast) alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt und muss niemandem mehr etwas beweisen. Nach ihrer Fabel-Saison 2024/25 hatte sie für das Jahr 2026 nur ein Ziel: eine Olympia-Medaille. Bronze in der Mixed-Staffel gab es bereits, doch weiteres Edelmetall will nicht folgen. Von Rennen zu Rennen wirkt die 31-Jährige verunsicherter, nach dem vierten Platz in der Damen-Staffel kämpfte sie mit den Tränen.

Franziska Preuß ist nicht in Topform.

Das Preuß-Drama bei diesen Olympischen Spielen ist eines in mehreren Akten. In der Mixed-Staffel wurde zwar Bronze gewonnen, Franzi Preuß allerdings hatte am Schießstand gepatzt und eine Strafrunde geschossen. Auch im Einzelrennen sowie im Sprint wackelte sie vorwiegend im Stehendschießen, verballerte eine mögliche Medaille. Besonders bitter erwischte sie es in der Verfolgung.

Biathletin Franziska Preuß kämpft nach weiterem Olympia-Drama mit den Tränen

Beim letzten Schießen verfehlte sie zwei Scheiben, kam als Sechste ins Ziel. Nach dem Rennen sackte die Bayerin zusammen, hatte Tränen in den Augen und gab zu: Der Druck ist immens. Nach dieser Saison wird sie ihre Karriere beenden, die olympische Einzelmedaille fehlt ihr nach wie vor. Auch die mediale Aufmerksamkeit kennt angesichts dieser Hintergründe kein Erbarmen, was Preuß zu lähmen scheint.

In der Staffel der Damen musste Preuß an ungewohnter Position ran, ging schon als zweite Läuferin in die Loipe. Die Weltmeisterin läuft als Führende zum Stehendschießen, die Hoffnungen auf eine deutsche Medaille sind zu diesem Zeitpunkt groß. Dann geschieht zum wiederholten Male das Unglück: Preuß verballert gleich vier Patronen, muss am Ende eine Strafrunde drehen.

Schießen, Laufen, Siegen – das Leben von Biathlon-Queen Franziska Preuß in Bildern

Franziska Preuß kommt mit 15 Jahren als Quereinsteigerin zum Biathlon, nachdem sie zunächst Leichtathletik betrieb. Seit ihrem 16. Lebensjahr trainiert sie in Ruhpolding, Anfang 2012 kann sie ihre ersten Karriere-Meilensteine feiern.
Bei den Olympischen Jugendspielen in Österreich holt sie 2012 Gold im Sprint und zweimal im Mixed, darüber hinaus gewinnt sie Silber in der Verfolgung. Die Erfolge machen sie zur erfolgreichsten Sportlerin der Wettkämpfe und erregen erstmals überregional Aufmerksamkeit.
Ein Jahr später gibt es bei der Junioren-Weltmeisterschaft die nächsten Medaillen: Gold in der Staffel, dazu Bronze in Verfolgung und Sprint. Hier feiert Preuß ihren dritten Platz in der Verfolgung. Zweite wird Staffel-Kollegin Laura Dahlmeier, Gold geht an Olga Podchufarova aus Russland.
2013 gelingt Preuß der Durchbruch im Erwachsenenbereich. Erst das Staffel-Gold bei den Europameisterschaften in Bansko (mit Vanessa Hinz, Nicole Wötzel und Karolin Horchler), dann ein dominanter Auftritt bei den Deutschen Meisterschaften in Arber und Ruhpolding.
Schießen, Laufen, Siegen – das Leben von Biathlon-Queen Franziska Preuß in Bildern

Der Rückstand ist nicht mehr aufzuholen. Als Preuß die Ziellinie überquert, kann sie die Tränen nicht zurückhalten. Sie muss getröstet werden von Teamkollegin Julia Tannheimer, die mit einer starken Leistung an Position zwei an Preuß übergeben hatte. Wenig später verlässt sie die Biathlon-Arena von Antholz, Teamarzt Dr. Jan Wüstenfeld ist an ihrer Seite.

Während Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz und Julia Tannheimer nach dem Rennen und dem enttäuschenden vierten Platz über das Erlebte sprechen, bleibt Preuß still, gibt keine Interviews. In der Staffel war sie extra an Position zwei aufgeboten worden, um sie nicht der Druck-Situation der Schlussläuferin auszusetzen. Ein Schachtzug, der nicht aufging. Im Massenstart am 21. Februar hat Preuß die letzte Chance auf eine Medaille. Die allerletzte. (is)

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