Medaille bleibt ein Traum

Emotionaler Olympia-Zusammenbruch von Biathlon-Queen Franziska Preuß sorgt für Fragezeichen

  • VonIsabella Strehmann
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Für Franziska Preuß läuft Olympia nicht nach Plan. Medaillen in Einzel-Wettbewerben bleiben ihr verwehrt. Bricht sie unter dem Druck zusammen?

Das Jahr 2025 wird für Biathletin Franziska Preuß immer unvergessen bleiben. Sie wurde Weltmeisterin, gewann den Gesamtweltcup und wusste: Die Strapazen vieler Jahre, die von Verletzungen und Krankheiten durchzogen waren, haben sich endlich gelohnt. Nur noch ein Ziel war offen: Eine Olympia-Medaille bei einem Einzel-Wettbewerb. 2026 in Antholz ist ihre letzte Chance, denn wenig später wird sie ihre große Karriere beenden.

Franziska Preuß konnte bei diesen Olympischen Spielen noch keine Einzel-Medaille gewinnen.

Die Saison 2025/26 begann durchwachsen. Preuß sammelte zwar einige gute Platzierungen ein, mit dem Treppchen aber wollte es erst unmittelbar vor Olympia erstmals klappen. In Antholz angekommen, lief es leider auch nicht wie gewünscht. In der Mixed-Staffel musste sie in die Strafrunde, jubelte am Ende noch über Bronze. Anschließend ging es ohne Teamkollegen in die Loipe.

Biathletin Franziska Preuß versagen bei Olympia die Nerven

Im Einzelrennen wurde die Bayerin Zehnte, im Sprint belegte sie den siebten Rang. In der Verfolgung sollte es endlich klappen mit einer Medaille, bis zum letzten Schießen lag Preuß auch aussichtsreich im Rennen. Zwei Fehler warfen sie zurück – Platz sechs. Im Ziel angekommen sackte die 31-Jährige in sich zusammen, konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten.

Auch im anschließenden Interview im ZDF war ihn anzumerken: Die Erwartung, zum Abschluss in ihrer Karriere endlich die ersehnte Einzel-Medaille bei Olympia zu holen, ist riesig. „Ich bin einfach nur enttäuscht. Ich habe mich auf der Runde echt gut gefühlt. Dass das letzte Schießen wieder so scheiße läuft, tut jetzt echt weh. Es sitzt jetzt.“

Schießen, Laufen, Siegen – das Leben von Biathlon-Queen Franziska Preuß in Bildern

Franziska Preuß kommt mit 15 Jahren als Quereinsteigerin zum Biathlon, nachdem sie zunächst Leichtathletik betrieb. Seit ihrem 16. Lebensjahr trainiert sie in Ruhpolding, Anfang 2012 kann sie ihre ersten Karriere-Meilensteine feiern.
Bei den Olympischen Jugendspielen in Österreich holt sie 2012 Gold im Sprint und zweimal im Mixed, darüber hinaus gewinnt sie Silber in der Verfolgung. Die Erfolge machen sie zur erfolgreichsten Sportlerin der Wettkämpfe und erregen erstmals überregional Aufmerksamkeit.
Ein Jahr später gibt es bei der Junioren-Weltmeisterschaft die nächsten Medaillen: Gold in der Staffel, dazu Bronze in Verfolgung und Sprint. Hier feiert Preuß ihren dritten Platz in der Verfolgung. Zweite wird Staffel-Kollegin Laura Dahlmeier, Gold geht an Olga Podchufarova aus Russland.
2013 gelingt Preuß der Durchbruch im Erwachsenenbereich. Erst das Staffel-Gold bei den Europameisterschaften in Bansko (mit Vanessa Hinz, Nicole Wötzel und Karolin Horchler), dann ein dominanter Auftritt bei den Deutschen Meisterschaften in Arber und Ruhpolding.
Schießen, Laufen, Siegen – das Leben von Biathlon-Queen Franziska Preuß in Bildern

Ist der Druck zu hoch, unbedingt die Medaille gewinnen zu müssen? „Das spielt schon auch eine Rolle. Ich habe echt versucht, das heute auszublenden und mir nicht so den Druck zu machen. Ich habe schon so viel erreicht in meiner Karriere. Dann liegt man so gut und zieht es wieder nicht durch. Das war dann schon sehr ernüchternd.“ Dabei hatte Ex-Biathlet Michael Rösch vor den Spielen noch fest mit Edelmedall gerechnet.

Eine Chance bekommt sie noch, denn Samstag, den 21. Februar, findet abschließend der Olympia-Massenstart statt. Zuvor gibt es noch die Möglichkeit, mit der deutschen Staffel aufs Podest zu laufen. Preuß gibt sich kämpferisch: „Man kann es leider nicht mehr zurückdrehen und besser machen. Heute darf man auch mal traurig sein. Morgen bin ich dann wieder optimistisch.“ (is)

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