„Dann gehe ich auf die Barrikaden“
Felix Neureuther wütet gegen Olympia-Chaos um Luis Vogt
- VonIsabella Strehmannschließen
Luis Vogt zeigt derzeit starke Leistungen. Dennoch wird eine Olympia-Nominierung schwierig. Felix Neureuther holt zum Rundumschlag gegen die Verbände aus.
Top-Platzierungen kurz vor den Olympischen Spielen? Eigentlich ist es genau das, was sich die deutschen Wintersportler aktuell wünschen. Im Falle von Luis Vogt aber gestaltet sich die Sachlage deutlich komplizierter. Der 23 Jahre alte Speedfahrer konnte auf der legendären Streif von Kitzbühel eine grandiose Leistung abliefern, bejubelte einen achten Platz. Olympia? Aufgrund einer komplizierten Regelung dennoch weit entfernt.
Zum ersten Mal überhaupt erreichte Vogt die Top 10 eines Weltcup-Rennens. Mit dem achten Rang knackte er auch die olympische Norm, doch leider etwas zu spät. Die Nominierung ist in Deutschland bereits abgeschlossen, andere Nationen lassen sich hier deutlich mehr Zeit. DOSB und DSV müssen sich nun mit der FIS zusammensetzen, um eine Nachnominierung in den Raum werfen zu können.
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Fünf Startplätze erhält das deutsche Team, nominiert worden sind Simon Jocher, Linus Straßer, Fabian Gratz, Anton Grammel und Alexander Schmid. Ob Schmid allerdings antreten kann, ist nach seiner Sprunggelenksverletzung noch unklar. Sollte man Luis Vogt einen Platz im Nachrückverfahren anbieten, müsste ein Konkurrent weichen. Der deutsche Olympia-Verband hat sich mit dem frühen Nominierungsschluss keinen Gefallen getan.
Das findet auch Felix Neureuther, der seinen Ärger über die Olympia-Ungewissheit von Vogt in der ARD nicht verbergen wollte. „Entschuldigung, totaler Quatsch. Könnte mich brutal darüber aufregen, sag ich dir ganz ehrlich. Du hast einen jungen Athleten, der schafft die Olympia-Quali und darf nicht mitgenommen werden. Das ist ein Traum, den du als Kind hast und du hast das Kriterium. Und wenn der nicht mitgenommen wird, dann dann geh’ ich auf die Barrikaden, das sag’ ich dir. Das kann nicht sein“, wütete er.
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Möglicherweise gibt es noch eine Chance für Vogt, doch für Neureuther ist das Chaos hausgemacht. „Indem er zu den Trainings mitgenommen wird, zumindest zu den Abfahrtstrainings. Aber einer von den beiden muss dann gehen, der Simon oder der Luis. Wie gesagt, totaler Quatsch, diese Quotenregelung“, macht er seiner Enttäuschung Luft.
Er fährt fort: „Und dann werden Athleten mitgenommen aus Ländern, die nicht den Hauch einer Chance haben, irgendwie dort Medaillen zu gewinnen und die Besten der Welt, da müssen dann ein paar daheim sein. Ah, könnt mich tierisch aufregen. Wirklich völlig veraltetes System und für den Deutschen Skiverband extrem bitter. Aber noch viel, viel bitterer für so einen Athleten wie den Luis.“
In den kommenden Tagen werden sich die Verantwortlichen über die verworrene Situation unterhalten müssen. Vogt selbst gilt in der Abfahrt als stärkster deutscher Fahrer, eine Nachnominierung „wäre mega“, wie er selbst sagt. Große Ansprüche wollte der junge Speed-Spezialist nicht anmelden, sprach von großen Namen, die im Kader stehen würden. Ob er selbst auch noch einen Platz findet, bleibt abzuwarten. (is)
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