Nach Medaillen-Ansage von Ski-Ass

Felix Neureuther warnt Emma Aicher vor Olympia: „Selbst Shiffrin ist daran zerbrochen“

  • Mathias Müller
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Ski-Ass Emma Aicher kündigt bei Olympia eine Medaille an. Felix Neureuther mahnt vor zu großen Ansagen und zieht Vergleiche zu Superstar Mikkaela Shiffrin.

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d‘Ampezzo stehen vor der Tür – und mit ihnen steigen die Erwartungen an das deutsche Ski-Team. Während sich die Athleten intensiv auf die Rennen vorbereiten, warnt Ex-Skistar Felix Neureuther vor zu großem Druck auf die deutschen Medaillenhoffnungen.

Felix Neureuther (l.) traut Ski-Ass Emma Aicher bei Olympia Medaillen zu – warnt aber vor zu großspurigen Ansagen.

Emma Aicher gilt als eine der heißesten Anwärterinnen auf olympisches Edelmetall für Deutschland. Die 21-jährige Allgäuerin hat intern bereits angekündigt, dass es bei den Spielen mit den Medaillen klappen wird – eine selbstbewusste Ansage, die Neureuther im Interview mit der Mediengruppe Münchner Merkur/tz durchaus kritisch sieht.

Vor Olympia: Felix Neureuther warnt deutsche Medaillenhoffnung Emma Aicher

„Das ist eine Ansage. Emma ist prinzipiell zu allem fähig, aber ich glaube, dass man ihr mit großen Medaillenerwartungen keinen Gefallen tut“, erklärt der ehemalige Slalom-Spezialist Neureuther in dem exklusiven Interview. Neureuther selbst nahm an insgesamt drei Olympischen Winterspielen teil (2006, 2010, 2014), feierte dort als bestes Ergebnis zwei achte Plätze im Riesenslalom 2010 und 2014.

Als warnendes Beispiel führt Neureuther das Schicksal von Mikaela Shiffrin bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking an. „Selbst Mikaela Shiffrin ist daran zerbrochen. Sie wollte und sollte fünf Mal Gold holen, der Schuss ging ziemlich nach hinten los.“ Die US-Amerikanerin, die als absolute Topfavoritin angereist war, schied in ihren Paradedisziplinen Slalom und Riesenslalom jeweils aus und blieb ohne Einzelmedaille. „Mehr Zurückhaltung ist oft besser – zumindest offiziell“, mahnte Neureuther.

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Europsort fährt richtig auf. Birgit Nössing moderiert die großen Shows aus dem Studio in Cortina. Oliver Sequenz ist außerdem ein Teil des Hauptmoderationsteams vor Ort.
Fabian Hambüchen, Turn-Olympiasieger von Rio 2016 am Reck, arbeitet seit 2017 als Olympia-Experte für Eurosport und moderiert bei Milano Cortina 2026 die Abendshow „Forza FaBi - Deine Olympia-Show“. Der ehemalige Weltklasse-Turner bringt seine 24-jährige Karriereerfahrung ein und ist sowohl als Moderator im Studio als auch als Reporter vor Ort im Einsatz, um Emotionen und Geschichten der Athleten einzufangen.
Michael Rösch bringt als Olympiasieger von 2006 und dreifacher WM-Bronzemedaillengewinner seine Weltklasse-Erfahrung als Biathlon-Experte bei Eurosport ein. Der ehemalige Top-Athlet arbeitet seit seinem Karriereende regelmäßig als Analyst und begleitet den Biathlon-Weltcup mit fundierten Einschätzungen.
Stella Heiß bringt als Curling-Expertin ihre Olympia- und Weltmeisterschaftserfahrung ein. Die gebürtige Kölnerin nahm 2010 in Vancouver als jüngste Curlerin der Spiele an den Olympischen Winterspielen teil und gewann im selben Jahr den WM-Titel. Mit ihrer langjährigen internationalen Erfahrung erklärt sie die Feinheiten des Curlings und die taktischen Aspekte dieses präzisen Sports.
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Dabei spricht Aichers aktuelle Form durchaus für große Ambitionen. Die gebürtige Schwedin, die für Deutschland startet, feierte im Februar 2025 ihren ersten Weltcup-Podestplatz – ausgerechnet in der Abfahrt. Nur einen Tag später gelang ihr sogar der erste Weltcup-Sieg. Neureuther erkennt das Potenzial der jungen Ski-Rennläuferin durchaus: „Wenn Emma Aicher Emma-Sachen macht, gewinnt sie drei Medaillen. Aber da sind wir im Konjunktiv.“

Neben Aicher setzt der Deutsche Skiverband auch auf Linus Straßer im Slalom. „Linus traue ich es zu, weil er das mit Abstand beste Material im Weltcup unter den Füßen hat“, so Neureuther über den Münchner, der in Kitzbühel zuletzt überzeugte. Fehlen wird bei Olympia Luis Vogt. Das DSV-Juwel war in Kitzbühel überraschend Achter in der Abfahrt geworden, die Nominierung des DSV war da aber bereits abgeschlossen – Felix Neureuther wütete anschließend wegen dem Olympia-Chaos. (LuHa)

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