Umweltfreundlicheres Fahren
Tankstellen-Änderung greift im April: Neuer Diesel nicht für alle Fahrzeuge geeignet
- VonBettina Menzelschließen
Julia Hanigkschließen
Die Zukunft der Kraftstoffe heißt XTL und Diesel B10. Doch Verbraucher sollten vor dem Tanken einige Dinge beachten.
München – Ende 2023 hatte das Bundeskabinett beschlossen, Dieselkraftstoff zuzulassen, der zu 100 Prozent aus Altspeiseöl bestehen darf. Ab April 2024 soll es ihn nun auch an der Tankstelle mit den Namen XLT, HVO, B10 geben. Die neuen Bio-Kraftstoffe sollen auf das Ziel einzahlen, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral sein will. Doch nicht mit jedem Fahrzeug ist der Diesel auch kompatibel.
XTL, B10 und HVO – Was bedeuten die Abkürzungen der neuen Dieselstoffe?
Geht es nach den Prognosen des Bundesumweltministeriums, sollen ab kommenden Frühjahr etwa fünf Prozent der mehr als 14.500 Tankstellen in Deutschland mindestens einen der neuen Kraftstoffe anbieten können. Bereits ab April könnten die Bezeichnungen „XTL“ und „Diesel B10“ an den Zapfsäulen zu finden sein. Aber was verbirgt sich hinter diesen Bezeichnungen?
- XTL ist eine Abkürzung für „X to Liquid“, wobei das X für verschiedene Ausgangsmaterialien steht, die in flüssige Energieträger umgewandelt werden. Diese können aus unterschiedlichen Rohstoffen wie Erdgas, Biomasse oder Kohle bestehen. Biokraftstoffe können beispielsweise aus nachwachsenden Rohstoffen wie Gerste, Raps und Zuckerrohr, aber auch aus Abfallstoffen wie Gülle oder Altspeiseölen hergestellt werden.
- Ein weiterer paraffinischer Diesel ist der Typ HVO, was für Hydrotreated Vegetable Oils, also Pflanzenöle, steht. In Reinform wird dieser Treibstoff HVO100 oder C.A.R.E genannt. Wird er mit Dieselkraftstoffen gemischt, erhält man das Gemisch Diesel R33.
- Eine weitere Dieselart ist Diesel B10, der bis zu zehn Prozent Biodiesel enthält.
Quellen: ADAC, Bundesverkehrsministerium
Besser für die Umwelt: Das macht die Treibstoffe zu Bio-Optionen
Doch was macht diese neuen Kraftstoffe so „Bio“? Obwohl auch bei der Verbrennung der umweltfreundlicheren Varianten das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO₂) freigesetzt wird, ist es teilweise weniger als bei herkömmlichem Diesel. Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Diesel-Sorten ist der geschlossene CO₂-Kreislauf: Bei der Herstellung von HVO wird der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid entzogen, und zwar durch das Pflanzenwachstum. Daher gilt die CO₂-Bilanz als ausgeglichen. Bei XTLs besteht der Vorteil darin, dass auch Abfallstoffe zur Energiegewinnung genutzt werden können, was die Umweltbelastung reduziert.
Trotzdem: Um die Klimaschutzziele im Verkehr zu erreichen, reicht der Beitrag der alternativen Kraftstoffe XTL, B10 und Co. nicht aus. „Ohne eine Reduzierung des enormen Kraftstoffbedarfes“ ist dies nicht möglich, so das Bundesverkehrsministerium. Hier bietet die „energieeffiziente Elektromobilität einen entscheidenden Vorteil“, betont das Ministerium.
Neue Kraftstoffe sind nicht für alle Autos geeignet
Fahrzeugbesitzer sollten B10 oder XTL nur dann tanken, wenn der Fahrzeughersteller eine Freigabe dafür erteilt hat. Der ADAC rät: Bei Unsicherheit sollte man lieber bei B7 bleiben, anstatt B10 zu tanken. „Welcher Diesel für ein Fahrzeug getankt werden kann, steht etwa auf dem Tankdeckel, in der Bedienungsanweisung oder kann beim Hersteller erfragt werden“, so die Bundesregierung.
Eine Freigabe gibt es nur für wenige Modelle der folgenden Automarken:
- BMW (komplette Dieselflotte)
- Citroën/Peugeot/Opel
- Nissan
- Renault/Dacia
- Seat/Cupra
- Škoda
- Toyota
- Volvo
- Volkswagen
Auch in Italien gibt es seit letzten Sommer neue Kennzeichnungen an Tankstellen. Die Schilder zeigen den „Prezzo medio“ an. Ein Tippfehler löste indes einen Ansturm auf eine Tankstelle in Österreich aus.
Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.
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