Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

„Kaltluftsack“ über Deutschland: Sommerwetter stürzt ab – genaues Datum steht fest

  • VonDominik Jung
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Herbstlich-kühles Wetter kommt nach Deutschland. Die Sommerwärme weicht Regen, Wind und einstelligen Nächten. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Ab Sonntag (27. Juli) geraten große Teile Deutschlands unter den Einfluss eines sogenannten „Kaltluftsacks“ – ein Begriff aus der Meteorologie, der für einen abgeschlossenen Bereich kühler Höhenluft steht. Diese kalten Luftmassen dringen aus Nordwesten in Richtung Mitteleuropa vor und sorgen dafür, dass sich die sommerlich warme Luft allmählich zurückzieht.

Schon am Freitag (25. Juli) zeigen sich erste Anzeichen des Wetterwechsels: Während im Süden noch teils heitere Abschnitte möglich sind, dominieren in der Nordhälfte bereits dichte Wolken. Besonders in der Mitte und im Süden ist noch mit schauerartigen, teils gewittrigen Regenfällen zu rechnen, bevor sich diese zum Abend hin abschwächen. Die Höchstwerte bewegen sich dann meist nur noch zwischen 18 und 24 Grad, in der Lausitz und im Osten stellenweise bis 26 Grad – also schon deutlich gedämpfter als zuletzt.

Volltreffer für Mitteleuropa und Deutschland. Ein Kaltluftsack liegt in der Höhe genau über uns. Er sorgt für wenig sommerliches Wetter.

Wochenende bringt Wetter-Abkühlung – im Süden auch Starkregen

Am Samstag (26. Juli) verstärkt sich der Einfluss der kühleren Luft spürbar. Im Süden und Südosten dominieren dichte Wolken und es kommt gebietsweise zu kräftigen Gewittern mit Starkregen. Auch im restlichen Land bleibt es wechselhaft, mit einem Mix aus Wolken, einzelnen Schauern und vereinzelten Gewittern – besonders rund um die Nordsee. Die Unwetter haben auch mit dem warmen Mittelmeer zu tun.

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Die Temperaturen sinken weiter: Die Höchstwerte liegen zwischen 20 und 24 Grad, lokal auch darunter. In der Nacht zum Sonntag (27. Juli) bleibt es im Süden und an den Alpen regnerisch, weiter nördlich setzt sich vorübergehend trockenes Wetter durch. Doch das ist nur die Ruhe vor dem nächsten Schub kühler Luft: Schon am Sonntagvormittag breiten sich neue Schauer und Gewitter von Westen her aus, im Südwesten geht dies später in teils anhaltenden Regen über. Nur ganz im Norden sind ein paar Auflockerungen möglich. Die Höchstwerte pendeln zwischen 18 und 23 Grad – in höheren Lagen bleibt es deutlich frischer.

Wo bleibt der Sommer? Hoffnung auf August-Wetter

Auch zum Wochenstart (28. Juli) bleibt es bei dem unbeständigen und unterkühlten Sommerwetter: Am Montag (28. Juli) viele Wolken, besonders im Süden mit Regen und nur vereinzelt trockene Phasen. Die Tageshöchstwerte bleiben mit 19 bis 23 Grad verhalten, begleitet von einem zunehmend böigen Nordwestwind. Auch am Dienstag (29. Juli) und Mittwoch (30. Juli) bleibt es wechselhaft, mit Schauern, einzelnen Gewittern und Höchstwerten um 20 bis 24 Grad.

Der einst so kräftige Sommer legt also eine Pause ein – und das ausgerechnet zum Start in die Sommerferien vieler Bundesländer. Doch es gibt einen Lichtblick: Nach aktuellen Langfristtrends könnte pünktlich zum Monatswechsel ein neuer Anlauf wärmerer Luftmassen folgen. Ob es dann tatsächlich wieder für 30 Grad reicht, bleibt noch abzuwarten – aber die Chancen auf eine Rückkehr des Hochsommers Anfang August steigen allmählich. Italien ächzt dagegen derzeit unter einer Hitzewelle, die auch Todesopfer fordert.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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