Spitzenwerte
Rekordverdächtige Hitzewelle in der Türkei: Experten warnen vor Belastung
Die Türkei steht vor extremen Temperaturen. Ärzte warnen vor Dehydrierung und Herzbelastung. Flüssigkeitszufuhr und Schutzmaßnahmen sind entscheidend.
Ankara – Die Türkei steht vor einer beispiellosen Hitzewelle. Die Temperaturen werden weit über den saisonalen Normen liegen, teilte der türkische meteorologische Dienst mit. Laut Hürriyet sollen die Lufttemperaturen um sechs bis zwölf Grad Celsius steigen. Die heißesten Tage werden voraussichtlich der 22. und 23. Juli sein. Wie Halk TV meldet, erklärte der Wetterdienst, dass diese Daten den Höhepunkt der Hitzewelle markieren. Sie soll insgesamt eine ganze Woche anhalten.
Gesundheitsrisiko durch Hitze: Experten in der Türkei raten zur Vorsicht
In bestimmten Regionen werden alarmierende Werte vorhergesagt. Hürriyet berichtet, dass Istanbul Höchstwerte von 38 °C verzeichnen wird, während Ankara 35 °C erreicht. Izmir, Çanakkale, Edirne und Adana sollen 40 °C erreichen, und Diyarbakır könnte auf 43 °C klettern. Artvin erwartet vergleichsweise milde Temperaturen zwischen 20 °C und 28 °C.
Die Behörden haben nun Gesundheitsrichtlinien veröffentlicht und die Bevölkerung gewarnt. Besonders in dicht besiedelten Städten ist die Sorge um die Gesundheit der Bewohner groß. „Auch wenn wir uns in den letzten Jahren an extreme Hitze ‚gewöhnt‘ haben, stört heißes Wetter das Wärmegleichgewicht des Körpers mehr, als wir erwarten. Es verursacht ernsten Flüssigkeits‑ und Elektrolytverlust und erhöht die Belastung des Herzens“, sagte Dr. Ayça Kaya, Fachärztin für Innere Medizin, laut Hürriyet. Sie betonte die Bedeutung ausreichender Flüssigkeitszufuhr und warnte, dass Dehydrierung selbst ohne sichtbares Schwitzen auftreten könne.
Erhöhte Waldbrandgefahr in der Türkei
Kaya riet der Bevölkerung, während der stärksten Sonneneinstrahlung drinnen zu bleiben. „Wenn es nicht notwendig ist, gehen Sie zwischen 11:00 Uhr und 16:00 Uhr nicht nach draußen. Wenn Sie hinaus müssen, tragen Sie weiße oder helle Kleidung, einen Hut, eine Sonnenbrille oder benutzen Sie einen Regenschirm und tragen Sie unbedingt Sonnencreme“, erklärte sie. Sie wies auch auf die Gefahr hin, Lebewesen in geparkten Fahrzeugen zu lassen, da die Temperaturen im Inneren rasch tödliche Werte erreichen können.
Die Hitzewelle erhöht auch die Waldbrandgefahr. Prof. Dr. Doğanay Tolunay betonte laut Hürriyet die Prävention: „Bei solchem Wetter entsteht schon beim Schlagen eines Steins mit einem Hammer ein Funke. In den Wäldern sollte keine Arbeit stattfinden. Kontrollen müssen verstärkt, keine Feuer‑Picknicks abgehalten und keine Zigarettenstummel aus Fahrzeugen geworfen werden.“
Erhöhte Waldbrandgefahr in der Türkei
Tolunay nutzte auch soziale Medien, um das Bewusstsein zu schärfen: „Die eigentliche Gefahr beginnt jetzt! Abgesehen von der östlichen Schwarzmeerregion herrscht im ganzen Land die höchste Waldbrandstufe. Wir müssen handeln, bevor die Flammen lodern.“ Auch in Deutschland wütete zuletzt ein großer Waldbrand.
Der Osten der Türkei erlebt leicht abweichende Wetterbedingungen. Entlang der östlichen Schwarzmeerküste sowie in den Regionen um Ordu, Artvin, Kars und Ardahan werden lokale Schauer und Gewitter erwartet, berichtet Diriliş Postası. Diese Niederschläge dürften die Hitze in anderen Landesteilen jedoch kaum mildern. Posta meldet, dass nach der intensiven Hitzewelle bis Monatsende eine Rückkehr zu saisonalen Durchschnittswerten und kühlere Temperaturen erwartet werden. Das ist nicht nur für den Alltag der Menschen, sondern auch für die Landwirtschaft von Bedeutung. (Redaktion)
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