Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Statt sonnig warm wird's eiskalt, nass und grau: An diesem Tag stürzt das Wetter komplett ab

  • VonDominik Jung
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Ein Schwall Höhenkälte trifft Deutschland. Temperaturen stürzen ab, es gibt Regen, Gewitter – und in den Bergen sogar Schnee. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Der Sommer zeigt sich von seiner rauen Seite: Aus Norden flutet eiskalte Höhenluft das Land und bringt am Mittwoch (16. Juli) einen Wettersturz, wie man ihn im Juli kaum erwarten würde. In rund 3000 Metern Höhe herrschen frostige Temperaturen, deutlich unter dem Gefrierpunkt. Die Wetterkarten belegen eindrucksvoll, wie massiv dieser Kälteeinbruch ausfällt.

Seltene Wetterlage: Höhenluft lässt den Sommer einfrieren – lokal besteht Unwettergefahr

Besonders auffällig: Auf der Zugspitze ist mit Schneefall zu rechnen. Ja, richtig gelesen – es wird weiß auf den Bergen, mitten im Hochsommer! Diese Art von Höhenkälte kommt selten vor, kann aber in Kombination mit Feuchtigkeit durchaus für solche Extremwetterlagen sorgen. Wer sich also auf Badewetter gefreut hat, muss bitter enttäuscht werden.

Höhenkälte trifft am Mittwoch (16. Juli) genau auf Deutschland. Was bedeutet das für unser Wetter?

Dieser eine Tag – der kälteste und unbeständigste der ganzen Woche – wird für viele zur wettertechnischen Zumutung. Die Temperaturen kratzen meist nur an der 20-Grad-Marke, vielerorts bleibt es sogar deutlich darunter. Nur ganz im Süden sind noch knappe 21 oder 22 Grad möglich, ansonsten dominiert graues, ungemütliches Wetter.

Besonders unangenehm: Es bleibt nicht einfach nur kühl, sondern auch richtig wechselhaft. Immer wieder ziehen kräftige Schauer durch, teils begleitet von Gewittern. Besonders in der zweiten Tageshälfte nimmt die Unwettergefahr lokal zu – mit Starkregen, Hagel und böigem Wind. Der gefühlte Sommer verabschiedet sich für einen Tag auf ganzer Linie.

Mitten im Juli: Wetter-Prognose sagt Schnee auf der Zugspitze vorher

Dass es im Hochsommer schneien kann, wirkt fast absurd – doch auf der Zugspitze dürfte es genau dazu kommen. In über 3000 Metern Höhe sinkt die Temperatur durch die einströmende Höhenkaltluft auf unter null Grad. In Verbindung mit der feuchten Witterung reicht das für Schneefall aus. Die Bergspitze wird sich voraussichtlich weiß einfärben – ein spektakulärer, aber auch skurriler Anblick im Juli.

Solche Wetterphänomene sind zwar selten, zeigen aber eindrucksvoll, wie instabil der mitteleuropäische Sommer sein kann. Wer also auf Sommerfeeling hofft, sollte diesen Tag lieber überspringen – oder gut eingepackt das Spektakel bestaunen.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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