Klima-Proteste

Kilometerlange Staus in die Pfingstferien: Klima-Kleber blockieren gleich mehrere große Urlauber-Routen

  • Julia Hanigk
    VonJulia Hanigk
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Mitten im Reiseverkehr zu Pfingsten blockieren die Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ wichtige Reiserouten. Urlauber standen stundenlang im Stau.

Update vom 18. Mai, 13.52 Uhr: Kurz vor dem Mittag kam es vor dem Gotthardtunnel erneut zu einer Aktion durch Klimaaktivisten, wie nau.chh berichtet. Die Bewegung „Liberate Switzerland“ blockierte den Tunnel. „Wir werden wiederkommen, bis die Wissenschaft gehört wird“, hieß es auf einem Beitrag dazu via X/Twitter.

Darauf ist auch zu sehen, wie ein Autofahrer die Fassung verliert und auf die Protestierenden losgeht. Er stößt und schiebt die Aktivisten, damit einige der Autos wieder vorbeifahren können. Die Polizei konnte die Lage beruhigen. Die Versammlungen sind inzwischen aufgelöst.

„Bis der Klimaschutz in der Verfassung verankert ist“: Aktivisten blockieren mehrere relevante Urlaubsrouten

Erstmeldung vom 18. Mai: Salzburg – Wer über Pfingsten mit dem Auto in den Urlaub möchte, brauchte am Samstag gute Nerven. Der ADAC warnte schon im Vorfeld vor regem Reiseverkehr zum Ferienbeginn in elf Bundesländern und den Feiertagen. Reisende sollen „starke Nerven mitbringen“, hieß es vom Sprecher des Automobilclubs. Zusätzlich zu dem ohnehin großen Reiseaufkommens kamen Unfälle und Blockaden der „Letzten Generation“ hinzu.

Wie die „Letzte Generation Österreich“ am 18. Mai auf ihrem X/Twitter-Account teilte, blockierten sie Grenzübergänge und Transitrouten. „Wir protestieren heute auf der A9, A10, an zwei Grenzübergängen in der Schweiz und am Fernpass. Regierungs-Stillstand führt zu Verkehrs-Stillstand – immer wieder, bis der Klimaschutz endlich in der Verfassung verankert ist“, heißt es zu dem Beitrag. Dazu veröffentlichte die Bewegung ein Video, auf dem mehrere Menschen in orangenen Warnwesten auf der Straße zu sehen sind. Sie halten gelbe Banner und sitzen auf dem Boden. Die Polizei war ebenfalls vor Ort.

Die Blockaden werden an folgenden Strecken gezeigt:

  • A10 Tauernautobahn bei Salzburg
  • A9 Pyhrn nahe Spielfeld
  • Grenzübergänge an den Transitübergängen zwischen Österreich und Schweiz in Lustenau und Hohenems
  • B179 Fernpass Tirol

Eine Aktivistin schreibt zu dem Post: „Ich habe keine Wahl, die globalen Entwicklungen machen mir unglaubliche Angst.“ Die Wut der Urlauber folgt prompt: Es gehe „auf Kosten der Urlauber“, schreibt beispielsweise ein Mann dazu. Im Zusammenspiel mit dem ohnehin vorhandenen Ferienstau kam es zu erheblichen Verzögerungen. Die Versammlungen wurden schließlich aufeglöst.

Kilometerlange Staus durch Klima-Aktivisten: Autofahrer wurden mit Wasser versorgt

Wie der ÖAMTC mitteilte, standen die Auto-Kolonnen zeitweise bis zu 28 Kilometer bis zum Knoten Salzburg zurück. So verloren Reisenden zwischen drei bis sogar fünf Stunden Zeit. Laut ÖAMTC klebten sich in Salzburg rund ein Dutzend Protestierende bei Hallein auf die Tauernautobahn, der Verkehr gen Süden kam zum Erliegen. Wie oe24.de berichtet, versorgte die Asfinag die wartenden Autofahrenden über zusätzliches Personal mit Wasserflaschen.

Auch auf der Seite der Schweiz standen die Leute bis zu drei Stunden im Stau: Vor dem Gotthardtunnel seien es wohl etwa 16 Kilometer gewesen, so der Touring Club Schweiz via X/Twitter.

Die „Letzte Generation Österreich“ blockiert die Straße auf der Tauernautobahn in Salzburg.

„Letzte Generation“ blockierte zu Pfingsten auch den Münchner Flughafen

Aber auch wer mit dem Flugzeug verreisen wollte, hatte es mitunter mit längeren Wartezeiten zu Pfingsten zu tun. Denn auch am Münchner Flughafen blockierten die Klimaschutzaktivisten zu Beginn der bayerischen Pfingstferien den Feiertagsreiseverkehr, wodurch es zu erheblichen Behinderungen kam. (jh)

Rubriklistenbild: © Presse Letzte Generation

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