Rauch über der Küste
Kroatien erlebt Hitzewelle: Feuerwehr kämpft gegen Flammen-Inferno in beliebter Urlaubsregion
- VonCarmen Mörwaldschließen
- Bettina Menzelschließen
Waldbrände bedrohen Jesenice. Die Flammen rücken gefährlich nah an Wohnhäuser und die Adria-Autobahn. Die Feuerwehr kämpft unermüdlich.
Update vom 13. August, 5.50 Uhr: Nach Angaben der kroatischen Feuerwehr (HVZ) gelang es, das Feuer im Bereich der Siedlung Jesenice gegen Mitternacht unter Kontrolle zu bringen. In der Nacht waren dafür 94 Einsatzkräfte mit 33 Löschfahrzeugen im Einsatz. Auch die Brände nahe Miranje bei Benkovac sowie in Dubravica wurden gestern gelöscht.
Update vom 12. August, 15.00 Uhr: Entlang der Adriaküste in Kroatien versuchen Einsatzkräfte der Feuerwehr weiter zahlreiche Waldbrände zu löschen. In der Nähe von Split flammte das Jesenice Feuer am Montagabend (11. August) aufgrund starker Winde wieder auf, berichtet slobodnadalmacija.hr. Alle verfügbaren Kräfte sind demnach bei dem Waldbrand in Jesenice im Einsatz. Rund 250 Hektar Kiefernwald und Buschland sind bereits verwüstet, teilen Behörden im jüngsten Update vom Dienstag (12. August) mit.
In Split wurde die heißeste Nacht seit Beginn der Messungen verzeichnet, berichtet net.hr. Die Werte fielen demnach nicht unter 31 Grad. „In Šibenik und Dubrovnik wurden neue absolute Rekorde für die höchste gemessene Lufttemperatur aufgestellt“, teilt der kroatische Wetterdienst DHMZ auf X mit. Schon am Montag seien Maximalwerte von über 35 Grad, mancherorts sogar 40 Grad Celsius gemessen worden. Die rekordverdächtigen Daten müssten noch alle Kontrollstufen durchlaufen, so die Meteorologen.
Die Hitzewelle an der Adriaküste hält weiter an. In Kroatien gilt für die Regionen Split und Dubrovnik weiter die höchste Wetterwarnstufe „Rot“. Auch für Knin und Rijeka wurde eine Hitzewarnung wegen zu erwartenden Temperaturen über 35 Grad aktiviert.
Hitzewelle in Kroatien: Feuerwehr kämpft gegen Flammen-Inferno in beliebter Urlaubsregion
Jesenice – In der Urlaubsregion Jesenice nahe Split in Kroatien wüten seit Sonntagnacht (10. August) schwere Waldbrände. Der Brand brach laut Feuerwehrangaben um 2.54 Uhr nachts aus. Aufgrund des Windes breitete sich das Feuer rasch auf mehrere Hänge aus und erreichte Wohngebiete. Lokale Medien berichteten, dass die Flammen bis auf 20 Meter an geparkte Autos und Häuser herankamen. Derzeit kämpfen etwa 140 Feuerwehrleute mit 45 Fahrzeugen und drei Löschflugzeugen in der Küstenregion gegen das Feuer. Die stark frequentierte Adria-Autobahn D8 war in Gefahr und ist auf dem Abschnitt von Mutogras nach Omiš seit Montagmorgen (11. August) aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Wegen des Rauchs und der hohen Temperaturen bleibt die Situation gefährlich. „Die Lage ist nicht gut. Wir haben das Feuer zwar aktuell unter Kontrolle, aber das betroffene Gebiet ist groß“, erklärte Pave Tomić, der Feuerwehrkommandant von Dugi Rat, dem kroatischen Rundfunk. Es gibt noch keine Informationen darüber, ob Gebäude beschädigt wurden. „Soweit mir bekannt ist, gibt es keine Verletzten. Wir tun alles, was wir können, um die Häuser zu retten und das Feuer von ihnen wegzuleiten“, fügte der Feuerwehrmann hinzu.
Drei Kilometer Feuerfront: Einsatzkräfte in Kroatien stemmen sich gegen Großbrand
Der Brand gehört laut lokalen Medien zu den größten Einsätzen der Feuerwehr in Dalmatien. Die Behörden fordern Einheimische und Touristen derzeit zur Vorsicht auf. Feuer im Freien sind bis auf Weiteres verboten. Wer Rauch oder Flammen entdeckt, soll sich sofort unter der kroatischen Notrufnummer 193 bei der Feuerwehr melden. Die Flammen haben sich mittlerweile auf eine Breite von etwa drei Kilometern ausgedehnt, berichtete Kommandant Pave Tomić am Montag gegenüber Hina. Ein Anwohner teilte Bilder des Feuers auf Facebook und dankte der Feuerwehr für ihren Einsatz.
Starker Wind erschwerte zunächst die Löscharbeiten, doch am Montagvormittag konnte die weitere Ausbreitung des Feuers gestoppt werden. Die Temperaturen bleiben hoch, weshalb die Gefahr bestehen bleibt: Am Montagmorgen zeigte das Thermometer in Split bereits 32 Grad, in Dubrovnik sogar 34 Grad. Im Juni hatte es in der Region schon einmal gebrannt, wobei rund 300 Hektar Land zerstört wurden. Damals mussten Urlauber ihre Unterkünfte verlassen. Auch im vergangenen Jahr kam es an der Adria-Küste Kroatiens zu Bränden. Der Klimawandel führt zu häufigeren Feuern, und laut einer Studie der Umweltorganisation WWF beschleunigen andersrum auch Waldbrände den Klimawandel.
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