Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Schafskälte ade: Traditioneller Kälteeinbruch im Juni bleibt aus – stattdessen kommt Sahara-Hitzekuppel

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Die Schafskälte ist Geschichte – das Wetter legt jetzt richtig los. Statt Frösteln herrscht Hochsommer. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Die Schafskälte ist ein meteorologisches Phänomen, das typischerweise zwischen dem 4. und 20. Juni auftritt. In diesem Zeitraum kommt es in Mitteleuropa häufig zu einem Kaltlufteinbruch. Namensgeber sind die frisch geschorenen Schafe, die in dieser Phase besonders unter der plötzlichen Kälte leiden würden. Meteorologisch gesehen handelt es sich um einen Rückfall kühler Nordwest- oder Nordströmungen, die mit feucht-kühlem Wetter verbunden sind.

Die Schafskälte kommt diesen Juni nicht vorbei. (Montage)

In diesem Jahr allerdings blieb das Phänomen aus – zumindest in der klassischen Ausprägung. Schafhalter vor Ort berichten, dass ihre Tiere längst geschoren seien – aber frieren musste diesmal keiner. Und das liegt an einem bemerkenswert stabilen Hochdruckeinfluss, der die typischen Kaltluftausbrüche schlichtweg blockierte. Im Juni gibt es auch weitere Bauernregeln.

Statt Kälte: Sahara-Hitze rollt auf Mitteleuropa zu

Die nächsten 14 Tage zeigen laut allen großen Wettermodellen ein eindeutiges Bild: Hochsommerliche Temperaturen dominieren und sorgen für ein frühes Hitzefinale des Junis. Eine sogenannte „Hitzekuppel“ – ein stationäres Hochdruckgebiet – etabliert sich über Mitteleuropa. Unter dieser Kuppel staut sich die Wärme, wodurch sich die heiße Luft aus der Sahara ungehindert bis zu uns ausbreiten kann. Zeitweise sind Temperaturen von über 35 Grad möglich.

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Vor allem der kommende Sonntag (22. Juni), nur einen Tag nach dem kalendarischen Sommeranfang, dürfte den bisherigen Hitzerekord des Jahres brechen. Wetterdienste sprechen bereits von einer „klassischen Vorstufe einer Hitzewelle“.

Sommer 2025 startet durch – und bleibt wohl beständig

Was Anfang Juni noch nach einem launischen, durchwachsenen Start in die warme Jahreszeit aussah, hat sich inzwischen komplett gedreht. Die Prognosen waren zunächst vorsichtig, teilweise sogar skeptisch – doch jetzt ist klar: Der Sommer ist nicht nur da, er ist in Bestform. Statt Schafskälte erleben wir frühe Hitzespitzen, stabile Hochdrucklagen und kaum Chancen auf eine Rückkehr feuchter Kaltluft.

Die Wetterkarten zeigen bis weit in die erste Julihälfte hinein kaum Anzeichen einer Abkühlung. Und so könnte sich dieser Sommer – allen Unkenrufen zum Trotz – als einer der wärmsten und stabilsten der letzten Jahre erweisen.

Rubriklistenbild: © Norbert Schmidt/IMAGO; Montage

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