Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Hitze-Glocke über Deutschland: Mit zehn Profi-Tipps überstehen Sie das Extremwetter
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Ab 35 Grad droht ernste Gefahr für die Gesundheit. Mit Profi-Tipps kommen Sie sicher und halbwegs entspannt durch die Hitze. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Wenn das Thermometer drei Tage hintereinander über 35 Grad steigt, sprechen Meteorologen von Wüstentagen – und die sind alles andere als harmlos. Der Körper muss seine Temperatur konstant bei rund 37 Grad halten, was bei extremer Hitze einen immensen Energie- und Flüssigkeitsverlust bedeutet. Ärzte warnen, dass gerade ältere Menschen, Kinder, Schwangere und chronisch Kranke bei solchen Temperaturen schnell in eine gesundheitliche Notlage geraten können.
Aber auch gesunde Erwachsene sind nicht gefeit vor Kreislaufkollaps, Sonnenstich oder Hitzschlag. Die wichtigste Grundregel: Hören Sie auf die Warnsignale Ihres Körpers und warten Sie nicht, bis sich Schwindel oder Übelkeit einstellen. Aktuell bricht eine besonders extreme Hitzewelle über Deutschland herein.
Brutales Hitze-Wetter in Deutschland: 10 Tipps für einen kühlen Kopf
Wetter-Experten und Mediziner geben klare Empfehlungen: Erstens, trinken Sie regelmäßig Wasser oder ungesüßten Tee – mindestens 2 bis 3 Liter pro Tag. Zweitens, meiden Sie die pralle Sonne zwischen 11 und 17 Uhr. Drittens, lockere, helle Kleidung aus Baumwolle oder Leinen trägt zur Kühlung bei. Viertens, schützen Sie Kopf und Nacken mit Hut oder Tuch. Fünftens, lüften Sie Ihre Wohnung nur in den frühen Morgenstunden und schließen Sie tagsüber Rollläden oder Vorhänge. Sechstens, kühlen Sie Handgelenke, Nacken und Füße regelmäßig mit kaltem Wasser. Siebtens, reduzieren Sie körperliche Anstrengungen und verschieben Sie Sport auf den späten Abend. Achtens, essen Sie leichte, wasserreiche Mahlzeiten wie Obst, Gemüse oder Salate. Neuntens, vermeiden Sie Alkohol, da er den Kreislauf zusätzlich belastet. Zehntens, achten Sie auch auf Ihre Mitmenschen – besonders Nachbarn oder Angehörige, die Hilfe benötigen könnten.
Vorsorge ist jetzt entscheidend
Wer sich gut vorbereitet, kommt deutlich besser durch die Hitzeperiode. Planen Sie Erledigungen am Vormittag, legen Sie Pausen im Schatten ein und schaffen Sie, wenn möglich, kühle Rückzugsorte. Kleine Helfer wie Ventilatoren, feuchte Handtücher oder Kühlpads können kurzfristig für Erleichterung sorgen. Besonders wichtig: Tropennächte ohne Abkühlung erhöhen die Belastung zusätzlich, daher ist Schlafoptimierung ein zentraler Faktor. Viele Experten empfehlen, im Schlafzimmer einen improvisierten „Kühlpunkt“ zu schaffen – etwa durch gefrorene Wasserflaschen vor dem Ventilator. Hoch „Julia“ zeigt, dass Sommer in Deutschland längst extreme Seiten haben kann. Mit diesen einfachen, aber wirksamen Maßnahmen lässt sich die Hitzewelle sicherer überstehen – und der Körper dankt es Ihnen.
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