Der Gold-Traum lebt
Ski-Weltmeisterin feiert trotz täglicher Schmerzen kurz vor Olympia emotionales Comeback
- VonIsabella Strehmannschließen
Eine der besten Ski-Allrounderinnen der Welt feiert ihr Comeback. Olympia ist ihr großer Antrieb. Trotz täglicher Schmerzen will sie eine Medaille.
Cortina – Die Tage sind gezählt. Am 6. Februar starten in Mailand und Cortina die Olympischen Winterspiele. Für Federica Brignone schien der Traum von Olmypia in der Heimat (1990 wurde sie in Mailand geboren) schon ausgeträumt zu sein. Die Italienerin hatte sich im April 2025 schwer verletzt, wusste lange nicht, wann mit einem Comeback zu rechnen ist. Jetzt steht fest: Die Rückkehr auf die Piste ist vor den Spielen tatsächlich realisierbar.
Bei ihrem schlimmen Sturz hatte sich Brignone einen Schienbeinbruch sowie einen Kreuzbandriss zugezogen, und das kurz nach grandiosen Erfolgen wie einem WM-Titel sowie dem Gewinn des Gesamtweltcups. Drei olympische Medaillen hat sie bereits, eine goldene aber fehlt ihr noch. Nach anstrengenden Monaten steht jetzt fest: Der Traum von Gold, er lebt noch. Dafür aber zahlt die Athletin einen hohen Preis.
Ski-Weltmeisterin Brignone freut sich trotz Schmerzen auf ihr Comeback vor Olympia
Am Dienstag, den 20. Januar, will die gebürtige Mailänderin im Riesenslalom (hier geht es zum Live-Ticker) ihre Rückkehr auf die Piste feiern. Auf der Pressekonferenz sagte Brignone sichtlich gerührt: „Es ist für mich einfach fantastisch, hier dabei zu sein. Es hätte kein passenderer Ort sein können, denn die Erta war schon immer eine Piste, die mir sehr gefallen hat.“
Allerdings weiß sie auch: Es wird alles andere als ein normales Weltcup-Rennen, nach gut neun Monaten Pause geht es erst einmal darum, sich wieder heranzutasten. „Es wird nicht so, wie in den letzten Jahren. Ich bin hier, um einen Test zu machen. Alleine morgen am Start zu stehen, ist ein riesiger Erfolg für mich.“
Leider kein Einzelfall – nächstes Ski-Ass verliert bei Sturz-Drama sein Leben




Wie schlimm es sie im April erwischt hat? Die Folgen ihres Sturzes sind Tag für Tag präsent. „Es ist noch kein Tag vergangen, an dem ich keine Schmerzen hatte. Beim Skifahren spüre ich es besonders im Schienbein. An manchen Tagen tut es mehr weh, an manchen weniger. Schmerzfrei war ich aber noch nie“, beichtet die 35-Jährige. Trotzdem möchte sie nicht länger auf ihr Comeback warten und verspürt, sobald sie im Starthaus steht, keine Sorgen.
„Ich lebe lieber mein Leben und mache Fehler, als ständig in Angst zu leben.“ Dennoch hofft sie auf Olympia. „Nach dem Rennen am Kronplatz möchte ich für einige Tage in Cortina mit den Speed-Damen trainieren. Und natürlich sind die Olympischen Spiele mein Ziel, aber ich weiß noch nicht, für welche Disziplin es reicht, wie mein Bein reagiert, wie es im Team mit den Plätzen aussieht.“ Noch also ist unklar, ob Brignone an den Start gehen kann. Ihr Wille aber verdient schon jetzt olympisches Gold. (is)
Rubriklistenbild: © IMAGO/R4924_italyphotopress
