Neues Update zum Gesundheitszustand

Ski-Star verliert bei schlimmem Sturz in Crans-Montana sogar ihren Helm – Olympia-Teilnahme ungewiss

  • VonLuca Hartmann
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Bei der Frauen-Abfahrt in Crans-Montana kommt es zu mehreren schweren Stürzen. Nach dem heftigen Unfall von Marte Monsen gibt es nun ein Gesundheitsupdate.

Update vom 30. Januar, 18.55 Uhr: Leichte Entwarnung bei Marte Monsen, nach ihrem schlimmen Sturz in Crans Montana. „Es wurden keine Kopf- oder Gesichtsverletzungen festgestellt“, schreibt der internationale Skiverband FIS in einer offiziellen Mitteilung. Allerdings verspüre die 26-Jährige leichte Knieschmerzen, weshalb sie am Wochenende für weitere Untersuchungen nach Norwegen zurückkehren werde.

Zu einem möglichem Ausfall gibt es derzeit noch keine Informationen – entsprechend auch nicht, ob sie an den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d‘Ampezzo teilnehmen kann. Die Abfahrt der Damen steht bereits früh am 8. Februar auf dem Programm.

Erstmeldung vom 30. Januar, 12.19 Uhr: Ein Abfahrtsrennen, das eigentlich Tempo und Mut belohnen sollte, endete in Crans-Montana im Chaos. Mehrere schwere Stürze überschatteten am Freitag die Frauen-Abfahrt im Weltcup, am Ende zog die Rennleitung folgerichtig Konsequenzen und brach den Wettbewerb ab. Im Mittelpunkt stand der heftige Unfall der Norwegerin Marte Monsen.

Ski-Ass Marte Monsen stürzte bei der Abfahrt in Crans Montana schwer.

Die 25-Jährige war mit Startnummer drei ins Rennen gegangen, als sie im unteren Streckenteil bei schwierigen Bedingungen die Kontrolle verlor. Eingeschränkte Sicht, weicher Neuschnee und eine schnelle Passage am Zielhang wurden der Norwegerin zum Verhängnis. Monsen rutschte weg und schlug hart in die Fangnetze ein, dabei verlor sie sogar ihren Helm. Der Sturz sorgte für eine längere Unterbrechung und große Unruhe im Starterfeld.

Marte Monsen in Crans-Montana verunglückt

Monsen blieb zunächst liegen, konnte sich später jedoch aufsetzen. Aus Sicherheitsgründen wurde sie schließlich mit dem Akja von der Strecke gebracht. Über ihren Gesundheitszustand herrscht bislang Ungewissheit. Erste Fernsehbilder zeigten die Norwegerin bei Bewusstsein, sie winkte in die Kamera. Ihr Unfall war bereits der zweite schwere Sturz des Vormittags – und das bei den ersten sechs Starterinnen.

Zuvor war schon die Österreicherin Nina Ortlieb gestürzt, die später von einem „blauen Fleck am Kinn“ sprach. Wenig später erwischte es im selben Streckenabschnitt auch die US-amerikanische Ski-Queen Lindsey Vonn. Die Häufung der Zwischenfälle heizte die Diskussion über die Sicherheit der Abfahrt weiter an, zumal die Strecke wegen der widrigen Bedingungen bereits vor dem Start verkürzt worden war.

Comebacks, Rekorde, Olympia-Drama: Die Berg-und-Talfahrt-Karriere der Ski-Queen Lindsey Vonn

Im April 2000 gewann Vonn (damals noch Kildow) mit 15 Jahren ihr erstes FIS-Rennen. Im November desselben Jahres folgte der erste Renn-Sieg beim Nor-Am-Cup.
Am 18. November 2000 nahm die US-Amerikanerin zum ersten Mal an einem Weltcuprennen teil. Beim Slalom von Aspen konnte sie sich allerdings nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren.
Ihre ersten Weltcup-Punkte holte Vonn am 15. Dezember 2001. Beim Super-G von Val-d’Isère stand sie am Ende auf Platz 26 und fuhr damit fünf Punkte ein.
Dann ihr erster großer Erfolg: Vonn qualifizierte sich für die Olympischen Winterspiele 2002. In der Alpinen Kombination wurde sie Sechste, unterbot damit ihre Bestleistung im Weltcup deutlich. Seitdem galt sie als eines der hoffnungsvollsten US-amerikanischen Ski-Talente.
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Als sich die Sicht weiter verschlechterte und erneut Schnee einsetzte, zog die Rennleitung schließlich die Reißleine. Nach Vonns Sturz wurde das Rennen endgültig abgebrochen und nicht für die Weltcup-Wertung gewertet. „Crans-Montana war schon immer eine schwierige Abfahrt, die ein gewisses Limit von den Frauen fordert“, erklärte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier im ZDF ein. Die Präparation sei „nicht schlecht, aber nicht ganz gleichmäßig“, was eine „extreme Herausforderung“ darstelle.

Unter den Ski-Athletinnen sorgte die Entscheidung dennoch für Unmut. Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann diskutierten den Abbruch sichtlich aufgebracht. Auch Jacqueline Wiles, die zu diesem Zeitpunkt in Führung lag, zeigte sich verwundert: „Es hat sich nicht wie irgendetwas Verrücktes angefühlt.“ Ein wortwörtlich gebrauchter Renntag für den Ski-Sport. (LF)

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