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Olympia vor Olympia: Deutsche Eishockey-Damen peilen Coup an – „Wir eröffnen die Spiele“

  • Günter Klein
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Olympia vor Olympia: Die deutschen Eishockey-Frauen starten schon vor der Eröffnungsfeier ins Turnier und wollen für Furore sorgen.

Ein schöner Abschied war das aus Deutschland, am Freitagabend in Peiting. Obwohl es nach ein paar Sekunden Overtime vorbei war und das letzte Olympia-Testspiel 2:3 verloren ging. Die siegreichen Japanerinnen wurden gefeiert, weil sie sich vor beiden Tribünen stilvoll verneigten, und die deutschen Eishockeyspielerinnen wurden auf eine Ehrenrunde geschickt. Vor allem: Dies geschah in einer rappelvollen Halle, Zuschauerzahl 2803.

Emily Nix möchte bei Olympia mit den deutschen Eishockey-Damen für Furore sorgen.

Der Schnitt des lokalen Oberliga-Teams beträgt 720. „Es ist supercool, dass so viele Leute kommen“, sagt Emily Nix, deutsche Stürmerin. Schon die Dezember-Länderspiele in Memmingen waren ein Publikumsrenner. Frauen-Eishockey in Deutschland ist sichtbar geworden – und nun das Nationalteam erstmals seit 2014 wieder bei Olympia dabei. Die fiebrige Erwartung war zu spüren, als die Spielerinnen Peiting nach einem schnellen Kohlehydrat-Teller und einem Kleiderwechsel – vom Standardausrüster Bauer in die Milano-Kollektion von Adidas – verließen.

Deutsche Eishockey-Frauen starten schon vor der Olympia-Eröffnungsfeier ins Turnier

Am Sonntag wurde bereits in Mailand trainiert. Am Donnerstag steht das erste Spiel an, um 12.10 Uhr gegen Schweden (alle TV-Informationen zum Spiel). Über 30 Stunden vor der Eröffnungsfeier. „Wir eröffnen die Spiele“, sagt Emily Nix, die in Schweden spielt. Zur Zeremonie am Freitagabend im Giuseppe-Meazza-Stadion wird das Team gehen. Kurz. Nix: „Es gibt verschiedene Exits. Wir laufen ein, und direkt danach geht es zurück ins Olympische Dorf.“ Denn für Samstagmittag ist das zweite Spiel terminiert: gegen Japan.

Der Modus des Frauen-Turniers: Deutschland gehört zu den fünf Teams der unteren Gruppe und muss Dritter werden, um ins Viertelfinale mit den Top-Fünf zu kommen. Japan und Schweden sind in der Weltrangliste leicht über der DEB-Auswahl, Frankreich und Italien, die weiteren Gegner, werden als schwächer eingestuft. Deutsche Zielsetzung; „Wir wollen Erster in unserer Gruppe werden“, so Emily Nix. Man könnte dann den Großmächten Kanada und USA aus dem Weg gehen.

Geisenberger, Neuner & Co. – die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken

Platz 25: Silke Otto, 2x Gold
Sylke Otto nahm an drei Olympischen Winterspielen zwischen 1998 und 2006 teil und gewann dabei zwei Goldmedaillen im Rennrodeln (2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin).
Platz 23: Magdalena Neuner, 2x Gold, 1x Silber
Magdalena Neuner nahm nur an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver teil und gewann dabei drei Medaillen im Biathlon. Ihre olympische Bilanz umfasst zwei Goldmedaillen (Verfolgung und Massenstart) sowie eine Silbermedaille im Sprint.
Platz 23: Andrea Henkel, 2x Gold, 1x Silber, 1x Bronze
Andrea Henkel nahm an vier Olympischen Winterspielen zwischen 2002 und 2014 teil und gewann dabei insgesamt vier Medaillen im Biathlon. Ihre olympische Bilanz umfasst zwei Goldmedaillen (Einzel und Staffel 2002 in Salt Lake City), eine Silbermedaille (Staffel 2006 in Turin) sowie eine Bronzemedaille (Staffel 2010 in Vancouver).
Platz 22: Frank Luck, 2x Gold, 3x Silber
Frank Luck nahm als Biathlet an vier Olympischen Winterspielen zwischen 1988 und 2002 teil und gewann dabei insgesamt fünf Medaillen. Seine olympische Bilanz umfasst zwei Goldmedaillen (Staffel 1994 und 1998), drei Silbermedaillen (Einzel 1994 und 2002, sowie eine weitere Silbermedaille).
Geisenberger, Neuner & Co. – die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken

Seit vier, fünf Jahren ist das Frauen-Team in einer Art Flow. „Das hatte viel zu tun mit dem Trainerwechsel (zu Jeff MacLeod, d. Red.). Wir haben ein gutes System, und die Mannschaft hat sich die letzten Jahre nicht groß verändert.“ Den Kern bilden die Sportsoldatinnen um Kapitänin Daria Gleißner, dazu haben Spielerinnen ihr Glück im Ausland gesucht: Nix bei Frölunda Göteborg, die Welcke-Zwillinge Lilli und Luisa wirbeln für die Boston University.

Dazu haben auch die Frauen ihre Nordamerika-Stars aus der 2023 gegründeten PWHL, dem weiblichen Pendant zur NHL. Sandra Abstreiter (Montreal) im Tor, Nina Jobst-Smith (Vancouver) in der Abwehr, Laura Kluge (Boston) im Sturm. Emily Nix: „Die drei bringen ins Sicherheit und Speed, sie sind auf allen Ebenen wichtig.“

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