Keine Rückkehr mehr in den Weltcup

Biathlon-Star Franziska Preuß beendet Karriere nach Olympia

  • VonLuca Hartmann
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Jetzt ist die Entscheidung um Franziska Preuß endgültig gefallen: Deutschlands Biathlon-Star beendet direkt nach dem Massenstart bei Olympia ihre Karriere.

Am Samstag im Massenstart bei Olympia (alle TV-Infos hier) soll es endlich klappen für Franziska Preuß mit der ersehnten Einzelmedaille bei Winterspielen – und das in ihrem letzten Rennen ihrer erfolgreichen Biathlon-Karriere. Preuß wird direkt nach dem Massenstart ihre Laufbahn beenden und nicht mehr in den Weltcup zurückkehren. Das gaben die 31-Jährige und der Deutsche Ski-Verband heute bekannt.

Der Olympia-Massenstart wird das letzte Karriere-Rennen für Biathlon-Star Franziska Preuß.

Noch 12,5 Kilometer Skilanglauf und 20 Schuss – dann ist endgültig Schluss für die Bayerin. Die Gesamtweltcupsiegerin von letzter Saison und zweifache Weltmeisterin verzichtet damit bewusst auf die verbleibenden Weltcupstationen in Kontiolathi, Otepää und das große Saisonfinale in Oslo.

Franziska Preuß beendet Karriere nach Olympia-Massenstart

Preuß blickt auf eine außergewöhnliche Laufbahn zurück: sechs Weltcup-Einzelsiege, zwei olympische Bronzemedaillen in der Staffel, elf WM-Medaillen inklusive zweier Weltmeistertitel. „Wenn ich heute auf meine Karriere zurückblicke, dann fühlt sich das einfach nur unglaublich an. Es war eine wahnsinnig spannende Zeit mit ganz vielen besonderen Momenten“, wird Preuß zitiert.

Immer wieder mussten die Fans dabei auch um ihre Gesundheit bangen. „Natürlich gab es auch Rückschläge. Gerade gesundheitlich musste ich immer wieder kämpfen“, sagte Preuß. Die vergangene Saison mit dem Gesamtweltcupsieg habe ihr noch einmal gezeigt, „was möglich ist, wenn ich gesund bleibe“.

Von Pechstein bis Preuß: Deutschlands Olympia-Fahnenträger zwischen Vergangenheit und Zukunft

Die olympischen Spiele 2026 in Mailand/Cortina werfen ihren Schatten voraus. Die große Eröffnungszeremonie findet am 6. Februar 2026 im Milano San Siro Olympic Stadium statt.
Die große Frage vor den Spielen, welche bislang ungeklärt ist, bleibt, wer die deutsche Fahne trägt. Seit einigen Jahren wählt Deutschland jeweils einen Sportler und eine Sportlerin aus. Hier sind die möglichen Kandidaten und Kandidatinnen als auch die ehemaligen Fahnenträgerinnen und Fahnenträger.
Möglicher Kandidat ist Vinzenz Geiger als zweimaliger Olympiasieger (Team-Gold 2018, Einzel-Gold 2022) und Gesamtweltcupsieger 2024/25. Als Fahnenträger würde er eine traditionsreiche Wintersportart repräsentieren, die nach der IOC-Streichung der Frauen-Kombination um ihr olympisches Überleben kämpft.
Johannes Lochner hat sich als ernsthafter Konkurrent von Francesco Friedrich etabliert und bereits das dritte Weltcup-Rennen der olympischen Saison 2025/26 gewonnen. Der Vizeweltmeister holte 2022 in Peking sowohl im Zweier- als auch im Viererbob jeweils Silber hinter Friedrich und kann 2026 durchaus um Gold mitfahren. Da Friedrich schon Fahnenträger war, kommt dieses Mal auch Lochner in die enge Auswahl.
Von Pechstein bis Preuß: Deutschlands Olympia-Fahnenträger zwischen Vergangenheit und Zukunft

Die Olympischen Spiele in Antholz verliefen für die Bayerin allerdings überhaupt nicht nach Plan. Sie holte lediglich Bronze mit der Mixed-Staffel. Im Staffelrennen der Frauen schoss sie sogar eine Strafrunde, sie sprach anschließend offen von einem „Blackout“. Die erhoffte erste olympische Einzelmedaille blieb zuvor aus. Der Massenstart am Samstag ist nun ihre allerletzte Chance, diese Lücke in ihrer beeindruckenden Titelsammlung doch noch zu schließen.

„Ich spüre nach so vielen Jahren im Leistungssport, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen“, erklärte Preuß. Derzeit könne sie die nötigen hundert Prozent für weitere Weltcupstationen nicht mehr aufbringen. Ob sie zum Finale nach Oslo reist, um sich von Kolleginnen und Fans zu verabschieden, lässt sie offen – starten werde sie dort aber definitiv nicht mehr.

DSV-Sportdirektor Felix Bitterling würdigte Preuß als „Leaderin“ der deutschen Mannschaft: „Nicht durch große Worte, sondern durch Leistung.“ Man könne ihr nur zu einer großartigen Karriere gratulieren, gespickt mit Erfolgen, und das trotz aller gesundheitlichen Rückschläge. Den Sieg im Gesamtweltcup bezeichnete er als „absolutes Qualitätsmerkmal“ der Sportart, weil er zeige, wer über eine komplette Saison die beste Athletin sei. (LuHa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Fotostand / Hettich

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