Aufopferungsvoller Kampf, keine Beute
Bei den Löwen gibt es für die Falken nichts zu holen
VonMarc Thorwartlschließen
Die Falken verlieren in Frankfurt nicht nur die Partie, sondern auch Rylan Schwartz, Marius Stöber und Tyler Gron.
Die Falken sind ganz nah dran am Punktgewinn bei den favorisierten Frankfurtern, werden dann aber durch zumindest fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen um den verdienten Lohn gebracht und verlieren unglücklich mit 6:4.
Die erste Hiobsbotschaft ereilt die Falken schon vor der Abfahrt in Heilbronn. Seit zwei Wochen hat sich in der Kabine ein Magan-Darm-Virus eingenistet. Erst erwischte es Goalie Stefan Ridderwall, vergangene Woche dann Ville Järveläinen - und jetzt musste Kevin Lavallée die Segel streichen. Er tritt die Reise nach Hessen erst gar nicht an.
Die Bilder vom Spiel der Falken in Frankfurt
Für einige Akteure in den Heilbronner Reihen ist es eine Heimkehr an die alte Wirkungsstätte. Justin Kirsch, Henry Martens und Patrik Vogl waren vergangene Saison noch für die Löwen aktiv. Dazu kommt Richard Gelke, der vor zwei Jahren in der Mainmetropole spielte.
Die Hausherren wollen schnell klarmachen, wer der Dompteur in der Arena ist. In den ersten Minuten spielen nur die Löwen. Doch die Falken verteidigen geschickt - und Ridderwall? Der hält! Brenzlig wird es eigentlich nur einmal, als Tyler Gron auf die Strafbank muss. Powerplay der Hausherren vom Feinsten, aber aufopferungsvoller Abwehrkampf der Falken.
Dann - wieder einmal - eine Schiri-Entscheidung zu Ungunsten der Falken. Frankfurts Brett Breitkreuz liegt auf Ridderwall, der kommt gar nicht mehr hoch, ein Schuss der Frankfurter von der blauen Linie, abgefälscht - Tor! 1:0! Alle Proteste der Falken nutzen nichts, Referee Elvis Melia gibt den Treffer (12.).
Doch die Falken beweisen Nehmerqualitäten. Konzentriert arbeiten sie weiter und warten geduldig auf ihre Chancen. Diese ergeben sich zum Ende des Drittels fast im Minutentakt. Immer wieder kommt der Puck gefährlich aufs Frankfurter Tor, doch bis zur Sirene halten die den knappen Vorsprung.
Das zweite Drittel beginnt für die Falken mit einer guten, aber auch schlechten Nachricht. Im Eins-gegen-eins behält zuerst Marvin Krüger die Nerven und erzielt in der 23. Minute den Ausgleich. Der Jubel der Falken ist noch nicht verebbt, da muss Gron verletzt vom Eis geführt werden. Irgendetwas stimmt mit dem Knie nicht, er fällt ab dato aus.
Der nächste Nackenschlag in der 27. Minute: Frankfurt mit Druck, Schuss vors Tor, abgefälscht - 2:1. Eine Doublette des ersten Tores. In der 29. Minute dann wieder eine umstrittene Entscheidung. Penalty für die Hausherren. Ridderwall pariert glänzend gegen Brett Breitkreuz.
Die Falken jetzt viel aggressiver, immer häufiger stören sie die Hessen bereits beim Spielaufbau. In der 38. Minute die verdiente Belohnung: Krüger tankt sich durch, passt quer zu Henry Martens, und der staubt ab. Staaark, die Falken sind wieder voll dabei. Doch die kalte Dusche folgt nur 67 Sekunden später. Ridderwall kann einen scharfen Schuss mit dem Schoner entschärfen, doch der Rebound sitzt. Pause.
24 Sekunden sind im letzten Abschnitt gespielt, da schlägt es hinter Ridderwall ein. Erneut ein abgefälschter Schuss. Was die Löwen können, haben die Falken auch drauf. Überzahl, Schuss Jordan Heywood, Kirsch fälscht ab, 4:3 (46.). Die Freude währt nicht lange. Wieder ist es der erste Heilbronner Block, der dem Gegner zu viel Raum gewährt, Schuss, Rebound, 5:3 (48.).
Der Todesstoß für die Falken? Mitnichten! 51. Minute, erneutes Powerplay Heilbronn, Rylan Schwartz nimmt Maß, 5:4. Dann tritt erneut Schiedsrichter Melia ins Rampenlicht. Er verhängt gegen Schwartz eine Matchstrafe (53.) wegen unkorrekten Körperangriffs, bestraft aber keinen der Hessen, die danach auf Schwartz einprügeln. Die fünfminütige Überzahl nutzen die Hausherren zum entscheidenden 6:4. Gut gespielt, aber am Ende stehen die Falken wieder mit leeren Händen da.
"Ich kann meinem Team gar keinen Vorwurf machen", sagt Falken-Coach Fabian Dahlem nach dem Spiel. "Die nächsten Partien werden hart, ich kann kaum noch drei Reihen zusammenstellen, aber da müssen wir durch. Wenn wir uns weiterhin so entwickeln, dann werden auch die Siege kommen."
Sein Gegenüber Paul Gardner spricht von einem glücklichen und hart erkämpften Sieg seines Teams. Pikanterweise lobt er den Referee: "Er hat heute einen sehr guten Job gemacht."
Mit dieser Niederlage und dem gleichzeitigen Sieg der Rosenheimer gegen Crimmitschau hängt die rote Laterne jetzt wieder in der Käthchenstadt.
Aufstellung:
Falken:
T: Ridderwall; Deske
V: Heywood, Kurz; Vogl, Forster, Gödtel, Martens; Botzenhardt, Bär;
S: Gron, Schwartz, Kirsch; Järveläinen, Helms, Lavallée; Kircher, Gelke, Krüger; Stöber, Eberhardt;
Löwen:
T: Jaeger; Proske
V: Card, Dronia; Keussen, Stephan; Gläßl, Cespiva;
S: C Breitkreutz, Jarrett, Liesegang; B. Breitkreutz, Stretch, Pistilli; Rinke-Leitans, Reimer, Laub; Ratajczyk, Pfennings;
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