Wieder eine ganz enge Kiste
Au Backe! Falken verlieren Penalty-Krimi gegen Weißwasser
VonMarc Thorwartlschließen
Lange Zeit sehen die Falken wie die Sieger aus.
Was für eine Achterbahn der Gefühle! Erst liegen die Falken zurück, doch dann scheinen sie das Spiel gedreht zu haben... Aber es kommt dicke: Kurz vor Schluss müssen sie den Ausgleich hinnehmen, verpassen es, in der Overtime den entscheidenden Punch zu setzen - um dann im Penalty-Schießen doch noch 4:5 zu verlieren. Autsch!
Falken-Coach Fabian Dahlem hatte sein Team zur Disziplin angemahnt. Und das hielt sich auch daran. Keine Strafzeit im ersten Drittel. Die Hausherren erwischten auch den besseren Start. In der fünften Minute nimmt Topscorer Rylan Schwartz Maß. Der Schuss landet am Pfosten, und der 27-Jährige verwandelt seinen eigenen Rebound zum 1:0.
Die Bilder zum Spiel Falken vs. Füchse
Kurz darauf hätte Kevin Lavallée bereits für eine kleine Vorentscheidung sorgen können. Von Henry Martens auf die Reise geschickt, taucht er allein vor Gäste-Keeper Maximilian Franzreb auf - ABER: Der verkürzt geschickt den Winkel.
Konstanz war der zweite Punkt, den Dahlem angemahnt hatte. Die bringt jedoch nur der erste Block aufs Eis, der auch in der Folgezeit Chancen erspielt. Wohingegen die anderen beiden Sturmreihen zusehends mehr unter Druck geraten. Das Bollwerk hält - bis zur 19. Minute. Stefan Ridderwall patzt. Er kann den Schuss von Sean Fischer nicht festhalten. Dennis Swinnen nimmt das Geschenk dankbar an - 1:1.
Nach anfänglichem Abtasten im zweiten Drittel geht es dann ans Eingemachte. Schuss Richard Gelke - Pfosten. Mensch, das darf doch nicht wahr sein! Dann die erste Strafzeit. Stockschlag gegen Schwartz. Die Penalty-Box steht gut. Die Situation ist eigentlich bereinigt, doch fühlt sich keiner für Roope Ranta verantwortlich. Der erwischt Ridderwall im kurzen Eck eiskalt. Bämm!
Das ist ein Hallo-Wach für die Falken. Jetzt geht es in die andere Richtung. Doch nacheinander scheitern Gelke, Matthias Forster, Ville Järveläinen und Thomas Gödtel am Goalie. Es ist zum Verzweifeln. Selbst in Überzahl will nichts gelingen. Mit 1:2 geht es in die Pause.
Dahlem reagiert. Kirsch wechselt mit Järveläinen die Position. Daraufhin geht es Schlag auf Schlag. Überzahl Falken, Kirsch im Gedränge - 2:2 (43.). Kurz danach erneut Powerplay, und wieder ist Kirsch zur Stelle - 3:2 (47.). Jetzt sind die Falken da. Zwei-auf-eins-Situation, Lavallée passt quer auf Helms, 4:2 nur eine Minute später.
Weißwasser nimmt eine Auszeit. Aber ohne Erfolg, es spielen nur die Falken. Bis sie eine Strafe ziehen. Die Gäste verwerten ihr Powerplay in der 52. Minute zum 4:3. Es bleibt spannend. Heilbronn weiter im Vorwärtsgang. Dann Unterbrechung. Videobeweis. Kein Tor für die Gäste, Uff!
Der Höhepunkt der Dramatik: Die letzten beiden Minuten spielen die Falken in Unterzahl. Die Gäste riskieren alles, nehmen auch noch den Keeper für einen weiteren Spieler vom Eis. Mit Erfolg. 4:4.
Verlängerung. Ein einziger Sturmlauf der Falken. Schwartz, Jordan Heywood, Forster, Tyler Gron - alle scheitern am Gästekeeper. Auch die Überzahl in der letzten Minute führt nicht zum Erfolg. Penalty-Schießen. Schon wieder. Mit dem glücklicheren Ende für die Gäste.
"Wir konnten im letzten Drittel - auch durch die Umstellungen - endlich den Druck aufbauen, den ich mir vorgestellt hatte. Mit Erfolg. Allerdings müssen wir nach dem 4:2 die drei Punkte ziehen. Wir sind spielerisch noch nicht da, wo wir hinwollen", sagte Dahlem nach der Partie.
Aufstellung:
Falken:
T: Ridderwall; Deske
V: Heywood, Kurz; Gödtel, Martens; Vogl, Bär;
S: Kirsch, Schwartz, Gron; Järveläinen, Helms, Lavallée; Stöber, Forster, Gelke; Eberhard, Krüger
Lausitzer Füchse:
T: Franzreb; Kessler
V: Bruneteau, Geiseler; Ostwald, Parkkonen; Mücke, Bohac;
S: Schmidt, Ranta, Lüsch; Heyer, Palka, Götz; Fischer, Maasalo, Swinnen; Adam, Warttig;
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