Eine unnötige Niederlage
Die Falken müssen aus ihren Fehlern lernen
VonMarc Thorwartlschließen
Tobias Kircher stößt aus Bremerhaven zum Team und erhöht den Konkurrenzdruck.
Falken-Trainer Fabian Dahlem macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Das war gegen Weißwasser eine völlig unnötige Niederlage." Sein Team hatte bis zehn Minuten vor Schluss gegen die Füchse wie der sichere Sieger ausgesehen, dann aber noch einen Zweitore-Vorsprung verspielt.
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Besonders der Ausgleich zum 4:4 wurmt den Coach. "Nicht, dass das Tor gefallen ist. Weißwasser hatte ja auch noch den Keeper vom Eis genommen, um mit doppelter Überzahl zum Erfolg zu kommen, aber die Situation, die zum Foul führte, hätte verhindert werden können." Und auch beim Powerplay der Gäste hatte sein Team zweimal die Möglichkeit, die Scheibe einfach aus der Defensivzone herauszuschlagen. "Anstatt den einfachen Weg zu wählen, wurde versucht zu zaubern."
Nur dreimal in der ganzen Partie hatten die Lausitzer Überzahl. Dreimal trafen sie. Das geht gar nicht. Dahlem: "Sie haben ein gutes Powerplay gespielt, doch wenn wir uns cleverer angestellt und sich jeder ans System gehalten hätte, wäre das zu verhindern gewesen."
Aber es gab auch Lichtblicke. Um etwas zu bewegen, hatte der Coach im letzten Drittel seine beiden Top-Reihen verändert. Justin Kirsch und Ville Järveläinen tauschten die Plätze. Und im Powerplay beorderte er den Finnen an die blaue Linie und Kirsch auf die Außenstürmer-Position.
Ein Schachzug, der sich auszahlte. Jeweils in Überzahl traf Kirsch. Erst zum 3:2, dann kurz darauf zum 4:2. Dahlem: "Mit unserem Powerplay bin ich zufrieden, auch wenn wir einige Chancen liegen ließen." Immerhin: zwei von fünf Situationen konnten erfolgreich genutzt werden.
Positiv zu vermerken bleibt auch, dass die Falken in allen drei Partien bisher punkteten. Natürlich wäre sowohl gegen Weißwasser als auch gegen Bayreuth mehr möglich gewesen, doch die Bilanz kann sich sehen lassen. Zumal es immer noch gilt, 15 Neuzugänge zu integrieren, bis alle das System verinnerlicht haben. Dahlem: "Das kann nur durch ständiges Trainieren erfolgen. Ich sehe das Team bei derzeit 80 Prozent. In vier Wochen werden wir dort sein, wo wir hinwollen."
Am Sonntag müssen die Falken in Dresden (Spielbeginn ist um 16 Uhr) antreten. Bei den Elbstädtern läuft es noch nicht so wie erhofft. Immerhin gilt das Team als eines der Favoriten auf den Titel. Um dort zu bestehen, müssen die Fehler aus der Partie gegen Weißwasser tunlichst vermieden werden.
Wenn alles wie geplant läuft, kann Dahlem dort auch endlich mit vier Sturmreihen agieren: "Aus Bremerhaven stößt Tobias Kircher zu uns." Dann hat er auch mehr Möglichkeiten, zu reagieren, wenn einer der Akteure nicht wie gewollt in Fahrt kommt. Ein gesunder Konkurrenzdruck im Team - das ist ganz nach dem Geschmack des Coaches.
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