In vielen Bundesländern verkauft

Dringender Obst-Rückruf bei Edeka, Rewe und Kaufland: Bei Verzehr drohen innere Blutungen und Erstickungsgefahr

Diese Waldheidelbeeren im Glas sind vom Rückruf betroffen.
+
Diese Waldheidelbeeren im Glas sind vom Rückruf betroffen.
  • Kai Hartwig
    VonKai Hartwig
    schließen
  • Karolin Schaefer
    Karolin Schaefer
    schließen

Ein Obst-Rückruf betrifft zahlreiche Supermärkte, darunter Edeka, Kaufland und Rewe. Der Hersteller warnt vor ernsthaften Risiken und nennt weitere Details.

Kassel – Die Haltbarkeit von Lebensmitteln in Glaskonserven ist bemerkenswert lang. Daher ist es nicht ungewöhnlich, eine Vielzahl von Lebensmitteln, einschließlich Obst, in Gläsern in Supermärkten zu finden. Allerdings ist aktuell Vorsicht geboten: Heidelbeeren sind von einem umfangreichen Rückruf betroffen, wie der Hersteller warnt. Davon sind auch Rewe, Edeka und Kaufland betroffen.

Rückruf von Heidelbeeren bei Edeka, Rewe und Kaufland – auch diese Supermärkte haben das Obst verkauft

Das Produkt „Lausitzer Waldheidelbeeren – leicht gezuckert“ im 340-Gramm-Glas wurde aus dem Verkehr gezogen. Der Rückruf betrifft ausschließlich Artikel mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 18.04.2027 und der Chargennummer 24040379.

In folgenden Supermärkten und Unternehmen wurde das Produkt „Lausitzer Waldheidelbeeren – leicht gezuckert“ verkauft:

  • Rewe
  • Edeka
  • Kaufland
  • Hit
  • Marktkauf
  • Galeria Markthalle
  • Diska
  • Bela
  • Georg Jois. Kaes GmbH

Listerien, Pferdefleisch, Olivenöl: Die zwölf größten Lebensmittelskandale in Deutschland

Symbolbild zum Thema Kontrolle, Qualität, Check, Test usw. von Grillfleisch und Bratwürsten, 6.3.2023
Der BSE-Skandal erschütterte in den 1990er Jahren die europäische Fleischindustrie. Die Übertragung der Rinderkrankheit BSE auf den Menschen (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit) führte zu einem massiven Vertrauensverlust. Ursache war die Verwendung von mit BSE-Erregern kontaminiertem Tiermehl in Futtermitteln. Der Skandal führte zu Massenschlachtungen, Einfuhrverboten. Fast-Food-Ketten nahmen sogar Burger mit Rindfleisch zeitweise aus dem Programm.
Hunderte in Röhrchen gefüllte Proben von möglicherweise an BSE erkrankten Rindern warten im Veterinärinstitut Oldenburg auf ihre Untersuchung (Foto vom 09.07.2008).
Gammelfleischskandal (2005): Dieser Skandal betraf den Verkauf von verdorbenem Fleisch, das teilweise mehrere Jahre abgelaufen war. Es wurde festgestellt, dass mehrere Unternehmen verdorbenes Fleisch wiederaufbereiteten und es als frisch vermarkteten.
Listerien, Pferdefleisch, Olivenöl: Die zwölf größten Lebensmittelskandale in Deutschland

Obst-Rückruf bei Edeka, Rewe und Kaufland: Bei Verzehr besteht Erstickungsgefahr – auch innere Blutungen möglich

Der Hersteller hat das Obst aus Vorsichtsgründen zurückgerufen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich „vereinzelt Fremdkörper (Steine) im Produkt befinden“, so eine Unternehmensmitteilung. Daher wird dringend vom Verzehr des Produktes abgeraten.

Fremdkörper in Lebensmitteln können laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ein ernstes Risiko darstellen. Sie können Verletzungen im Mund- und Rachenraum sowie innere Blutungen verursachen. Es besteht auch die Gefahr des Erstickens.

Kunden bekommen ihr Geld auch ohne Vorlage des Kassenbons zurück – zahlreiche Bundesländer von Rückruf betroffen

Kunden, die die betroffenen Heidelbeeren bereits erworben haben, können diese in den jeweiligen Filialen – etwa bei Rewe, Edeka, Kaufland – zurückgeben. Sie erhalten ihr Geld auch ohne Vorlage des Kassenbons zurück.

Der Rückruf betrifft Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Andere Produkte der Lausitzer Früchteverarbeitung und weitere Mindesthaltbarkeitsdaten der Waldheidelbeeren sind von dem Rückruf ausgenommen.

In Deutschland gibt es regelmäßig Produkt-Rückrufe. Aber nicht nur die Waldheidelbeeren im Glas sind betroffen. Auch Soßen von Thomy und Maggi mussten kürzlich zurückgerufen werden. Zudem ging ein Süßigkeiten-Rückruf raus, da Kindern bei Verzehr Erstickungsgefahr drohte. (kh/kas)