Mikrobielle Belastung durch Vorlieferanten

Speiseöl-Rückruf: Produkt auch bei Edeka verkauft – Darmentzündung droht

  • Julia Hanigk
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Ein Hersteller ruft ein Bärlauchöl zurück. Der Verzehr kann gesundheitliche Auswirkungen haben. In mehreren Bundesländern wurde das Produkt angeboten.

München – 102-mal wurden im vergangenen Jahr 2023 Lebensmittel wegen mikrobiologischer Verunreinigung zurückgerufen, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit informiert. Gründe für die Rückrufe sind häufig Bakterien wie Salmonellen, Listeria monocytogenes oder E. coli, Schimmelpilze und Viren. Nun ist ein Bärlauchöl betroffen – bei Verzehr droht eine Salmonellen-Infektion. Das Produkt wurde auch in Edeka-Filialen verkauft.

Rückruf von Bärlauchöl: Salmonellen-Infektiopn droht

Die „Ölmühle Hartmann“ hat einen Rückruf für eine spezifische Charge ihres Bärlauchöls gestartet, wie das Bundesamt auf dem Portal lebensmittelwarnung.de bekannt gab.

Am 23. Mai informierte das Unternehmen aus Diedorf in Bayern über eine mögliche Salmonellen-Kontamination. Das betroffene Öl ist in einer 0,25-Liter-Flasche abgefüllt und trägt das Produktionsdatum 23.01.2024, das Verfallsdatum 30.03.2026 und die Chargen-Nummer 51368. Erst kürzlich wurden drei Olivenöle des Herstellers GAEA wegen Rückständen von Pestiziden vom Markt genommen. Die wichtigsten Informationen zu dem aktuell betroffenen Produkt im Überblick:

Produktname: Bärlauchöl 0,25l (HO-Rapsöl mit Bärlauch)
Hersteller:Ölmühle Hartmann
Chargennummer:51368
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD):30.03.2026
Produktionsdatum:23.01.2024
EAN-Code:4260063030543
Verkauft bei:u.a. Edeka
Betroffene Bundesländer:Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz

Inhaber äußert sich zum Rückruf: „Sicherheit und Zufriedenheit unserer Kunden hat oberste Priorität“

Der Hersteller erklärte: „Wir wurden von unserem Vorlieferanten darüber informiert, dass es bei der Zutat ‚Bärlauchblätter gehackt‘ zu einer mikrobiellen Belastung mit Salmonellen gekommen ist“.

Bärlauchöl der Firma Ölmühle Hartmann.

Die Ölmühle Hartmann betont in ihrer Rückrufmitteilung, „dass die Verunreinigung nicht in der Ölmühle selbst entstanden ist. Die hohe Qualität und Sicherheit der Produktionsprozesse dort bleibt unverändert gewährleistet.“ Marcus Hartmann, der Inhaber, äußert sich wie folgt: „Die Sicherheit und Zufriedenheit unserer Kunden hat für uns oberste Priorität. Der Ursprung der möglichen Verunreinigung liegt ausschließlich bei den gehackten Bärlauchblättern des betreffenden Vorlieferanten. Trotzdem entschuldigen wir uns aufrichtig für die Unannehmlichkeiten und danken unseren Kunden für ihr Verständnis und ihre Kooperation!“

Gesundheitsgefahr durch Salmonellen droht bei Verzehr von Bärlauchöl

Eine Salmonelleninfektion äußert sich laut dem Robert Koch-Institut (RKI) meist als akute Darmentzündung mit plötzlichem Durchfall, Unwohlsein, Bauchschmerzen, gelegentlichem Erbrechen und oft leichtem Fieber. Die Symptome können sich über mehrere Tage hinziehen. Besonders Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem können schwerere Krankheitsverläufe erleben.

Bärlauchöl besonders regional beliebt – auch in einigen Edeka-Filialen verkauft

Die Ölmühle Hartmann ist bekannt für kaltgepresste Öle aus eigenem Anbau. Das Bärlauchöl, das auf ihrer Webseite als Saisonprodukt für 5.99 Euro angeboten. Als Zutaten werden HO-Rapsöl aus eigenem Anbau und gehackte Bärlauchblätter angeboten. Der Hersteller empfiehlt das Öl „für Salate, zum Dünsten von Gemüse und Einlegen von Fleisch, zum Braten von Fisch und hoch erhitzbar“.

Verbraucher werden dringend gebeten, das Öl nicht zu konsumieren. Wer das Produkt erworben hat, kann es ohne Vorlage eines Kassenbons in der Verkaufsstelle zurückgeben und erhält den Kaufpreis erstattet. Das Öl wurde unter anderem über den Webshop der „Ölmühle Hartmann“, in Hofläden, Dorfläden und einigen regionalen Edeka-Filialen verkauft. Derweil wurden einige Olivenöle wurden in einem Test der Stiftung Warentest kürzlich als „mangelhaft“ eingestuft. (jh)

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