Polit-Talk-Ära endet
So emotional fiel Anne Wills Talkshow-Abschied aus
VonJonas Erbasschließen
Mit der letzten „Anne Will“-Ausgabe überhaupt ging am Sonntagabend (3. Dezember) eine Polit-Talk-Ära zu Ende. Entsprechend emotional fiel der Abschied aus.
Berlin – Seit 16 Jahren zählt Anne Will (57) dank ihrer gleichnamigen ARD-Sendung zu den renommiertesten Talkmastern des Landes. Ihre Gäste fasste sie im Rahmen ihrer journalistischen Tätigkeit nur selten mit Samthandschuhen an: Ebenso unnachgiebig wie kritisch konfrontierte sie im Laufe der Jahre hochrangige Gäste wie Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (69) oder Bundeskanzler Olaf Scholz (65), bohrte und hakte nach und brachte so manch eigentlich selbstbewussten Politiker in Bedrängnis.
Letzte „Anne Will“-Ausgabe: Auch Robert Habeck gratuliert
Damit ist es nun vorbei: Am Sonntagabend (3. Dezember) zeigte Das Erste die letzte „Anne Will“-Ausgabe überhaupt. In der ging es unter dem Motto „Die Welt in Unordnung – Ist Deutschland den Herausforderungen gewachsen?“ noch einmal heiß her, ehe man am Ende recht versöhnliche Worte fand. So bedankte sich etwa Studiogast und Vizekanzler Robert Habeck (54) bei der dahinscheidenden Moderatorin für „für 16 Jahre Aufklärung“.
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Anne Will wandte sich indes zunächst an ihr treues Publikum: „Ich möchte mich bei Ihnen auch bedanken für das große Vertrauen und das Interesse, das Sie uns entgegengebracht haben“, so die 57-Jährige, die anschließend die „wirklich tolle Zusammenarbeit“ mit ARD und NDR hervorhob. Großer Dank gebühre auch ihrem Team. Abschließend wünschte sie ihrer Nachfolgerin, Ex-„Tagesthemen“-Sprecherin Caren Miosga (54), viel Glück für die bevorstehende Aufgabe: „Von Caren klaue ich mir einen Satz, den sie über ihre Nachfolgerin, Jessy Wellmer, gesagt hat: Seien Sie nett zu ihr, sie ist es auch!“
Aus „Anne Will“ wird „Caren Miosga“
„Anne Will“ wird zwar eingestellt, allerdings nur indirekt: Der Polit-Talk läuft ab Januar 2024 mit neuer Moderatorin und wurde dementsprechend umbenannt. Statt Anne Will führt im kommenden Jahr Caren Miosga durch die Sendung – die ist dementsprechend nicht mehr nach Will, sondern der neuen Gastgeberin benannt. Am Grundkonzept soll sich indes nicht viel ändern. Auch der Sonntagabend als regulärer Sendeplatz im Ersten bleibt erhalten.
Emotionale Worte: „Tagesthemen“-Zusammenschnitt würdigt Anne Wills Schaffen
Als Anne Will dann schließlich zu den „Tagesthemen“ mit Jessy Wellmer (43) überleitete, war die Hommage an die Polit-Talkmasterin noch lange nicht vorbei: „Heute geht eine Talk-Ära zu Ende, die du, liebe Anne, über 16 Jahre geprägt hast“, würdigte Wellmer ihre Kollegin mit emotionalen Worten. Im Anschluss lief ein Zusammenschnitt, der noch einmal die denkwürdigsten „Anne Will“-Momente Revue passieren ließ – angefangen bei ihrer ersten Sendung bis hin zu heftigen Diskussionen, etwa mit den damaligen Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, Armin Laschet (62) und Annalena Baerbock (42).
Im Berliner Studio des ARD-Talks gab es dann noch üppige Blumensträuße und herzliche Umarmungen für die in Köln geborene Journalistin. Die werde, wie sie selbst noch einmal bestätigte, auch künftig den öffentlich-rechtlichen Sendern erhalten bleiben. Das Erste kann jedoch nicht nur Politik, sondern auch Unterhaltung: So trat am Vortag Florian Silbereisen (42) mit seinem „Adventsfest“ gegen TV-Legende Thomas Gottschalk (73) und „Disney100“ an – ein Quotenduell mit klarem Sieger … Verwendete Quellen: „Anne Will“ (Das Erste/ARD; Ausgabe vom 3. Dezember 2023), „Tagesthemen“ (Das Erste/ARD; Ausgabe vom 3. Dezember 2023)
Rubriklistenbild: © Screenshot/Das Erste/ARD/Anne Will

