Polizist stirbt nach Angriff

Nach Messer-Attacke in Mannheim: Innenminister nennt Details zum Motiv

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Bei einer Messer-Attacke in Mannheim verletzt ein Mann sechs Menschen. Ein Polizist überlebt den Angriff nicht. Es soll sich um eine „islamistisch-extremistisch motivierte Straftat“ handeln.

Ein 25-jähriger Mann greift am Freitag auf dem Marktplatz in Mannheim mehrere Menschen mit einem Messer an. Sechs Personen werden verletzt. Ein Polizist überlebt die Messer-Attacke in Mannheim nicht. Die Kollegen des getöteten Polizisten trauern – die Anteilnahme im Netz ist groß. Nun äußert sich der Innenminister zum möglichen Motiv des Täters.

Nach Messer-Attacke in Mannheim: Hinweise auf „islamistisch-extremistisch motivierte Straftat“

Die Messerattacke von Mannheim war den Behörden zufolge mutmaßlich islamistisch motiviert. Es verdichteten sich die Erkenntnisse, dass es sich um eine islamistisch-extremistisch motivierte Straftat handle, sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstag in Stuttgart.

Es gebe zudem keine Hinweise, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter um eine Person handle, die einer größeren Gruppe angehöre. Es könne sich um einen islamistisch radikalisierten Einzeltäter handeln, sagte Strobl. Gerade diese Leute seien besonders gefährlich, da Einzeltäter nicht in Gruppen kommunizierten und schlecht zu überwachen seien. Der 25-Jährige war zuvor nicht polizeilich bekannt gewesen.

Polizist bei Messer-Angriff getötet: Mannheimer Polizeivizepräsidentin ist erschüttert

Nach dem tödlichen Messerangriff auf einen Polizisten in Mannheim hat sich die Mannheimer Polizeivizepräsidentin Ulrike Schäfer tief betroffen über den Tod von Rouven Laur gezeigt. Gleichzeitig kritisierte Schäfer den Hass und die Hetze in den sozialen Netzen, die in den vergangenen Tagen auf die brutale Tat gefolgt waren.

Es gebe nicht nur Beleidigungen und Bedrohungen gegenüber den Kolleginnen und Kollegen des Getöteten, sondern auch Schuldzuweisungen. „Respektlose und teilweise verachtende Kommentare auch dem verstorbenen Kollegen gegenüber finden sich auf manchen Plattformen wieder“, sagte sie am Dienstag. Diejenigen, die mit Laur zusammengearbeitet hatten und bei dem verhängnisvollen Einsatz dabei gewesen waren, würden derzeit psychologisch betreut.

Nach Worten Schäfers wurde mittlerweile ein Spendenkonto der Polizeistiftung Baden-Württemberg eingerichtet. Das Geld komme im Dienst verletzten oder getöteten Polizeibeamtinnen oder -beamten zugute. „Mit dem Zusatz „Rouven“ erreichen die Spenden die Angehörigen unseres verstorbenen Kollegen.“

Polizei schieß auf Angreifer in Mannheim – mutmaßlicher Täter weiterhin nicht vernehmungsfähig

Laur war am vergangenen Freitag in der Mannheimer Innenstadt bei einer islamkritischen Kundgebung niedergestochen worden. Wenig später erlag er seinen lebensgefährlichen Verletzungen. Der mutmaßliche Täter, ein 25 Jahre alter Mann mit afghanischer Staatsbürgerschaft, war von einem weiteren Polizisten angeschossen worden und ist noch nicht vernehmungsfähig. Die Bundesanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. 

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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