Rummenigge & Co. machen Dampf
Bayern-Bosse fordern Titel von Kompany
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Noch ein Jahr ohne Titel darf es beim FC Bayern nicht geben. Das fordern Jan-Christian Dreesen und Karl-Heinz Rummenigge von Trainer Vincent Kompany.
München – In der Juni-Ausgabe des Vereinsmagazins 51 spielt Vincent Kompany noch keine Rolle. Als der neue Cheftrainer des FC Bayern am vergangenen Donnerstag vorgestellt wurde, war der Druckschluss für das Sommerpausen-Magazin bereits vorüber – und trotzdem lohnt sich eine Lektüre für den 38-Jährigen durchaus.
FC Bayern: Trainer Vincent Kompany bekommt Titel-Druck von Dreesen und Rummenigge
Denn was von ihm erwartet wird, kann der Nachfolger von Thomas Tuchel gleich auf der ersten Seite lesen. „Wir. Wollen. Unbedingt. Wieder. Besser. Werden. Wir. Alle!“ schreibt Jan-Christian Dreesen da in seinem Vorwort. Bewusst betont der CEO jedes Wort einzeln, denn: „In Summe ergeben sie das Leitmotiv für die neue Saison.“ Es heißt: Noch ein Jahr ohne Titel darf es nicht geben.
Wie sehr sich dieser Verein über Trophäen definiert, konnte Kompany in den zwei Wochen seit der ersten Kontaktaufnahme schon mehrfach feststellen. Denn dass es nach der ersten titellosen Saison nach elf Jahren „einer offenen und selbstkritischen Analyse“ bedarf, kommunizieren die Bosse wie Dreesen nicht nur extern, sie haben intern schon längst losgelegt.
Erwartungen an neuen Bayern-Coach Kompany sind hoch
Es geht ans Eingemachte, an die DNA des Vereins, der „in seiner Geschichte stets bewiesen hat, dass er nach schweren Phasen umso stärker zurückkommt“. Dass dafür nicht viel Zeit ist, betont Dreesen gerne. Der „Mia san mia-Reflex“ muss schnell kommen, denn das Finale dahoam 2025 sei „ein guter Ort, um die Geschichte umzuschreiben“.
Diese Aufgabe hat man vertrauensvoll in Kompanys Hände gelegt, der den Druck von oben noch vor dem ersten Training mit seiner Mannschaft aus allen Richtungen spürt. Denn neben Dreesen ließ auch Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge öffentlich durchleuchten, was die Chefetage vom neuen Coach erwartet.
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FC Bayern: Kompany-Vater spricht von Angeboten
„Ich wünsche ihm viel Erfolg, weil, wenn du ein Jahr als Bayern München keinen Titel holst, ist es schon ein Jahr zu viel“, sagte der ehemalige Vorstandsboss auf einer Managertagung in Bielefeld. Da hilft es auch wenig, dass Dreesen in seinem Vorwort auf sechs titellose Jahre in den vergangenen Jahren hinwies („gar nicht mal furchtbar selten“). Jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat.
Dass Kompany selbst davon überzeugt ist, der Richtige für den Weg zurück an die Spitze zu sein, kann nur von Vorteil sein. Ein Gütesiegel ist sicherlich auch das Interesse anderer namhafter Clubs, das Kompanys Vater Pierre Kompany in der belgischen Zeitung La Derniere Heure ausplauderte. Obwohl die Anfrage der Bayern „für die ganze Welt eine Überraschung“ gewesen sei, habe er damit gerechnet.
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Bayern-Coach Vincent Kompany hätte auch in der Premier League bleiben können
Denn das Interesse des Rekordmeisters passte, „wenn man sich anschaut, welche Mannschaften bereits angeklopft haben“. Schon im Vorjahr, nach dem Aufstieg mit Burnley in die Premier League, „waren des Tottenham und Chelsea, jetzt hat Brighton Interesse gezeigt und Chelsea erneut“. Die Bayern hatten also mächtig Konkurrenz.
All das interessiert ab sofort wenig. Kompany will sein „eigenes Kapitel schreiben“, sagt er. Und zwar nicht nur im Vereinsmagazin. (Hanna Raif, Philipp Kessler)
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